Erstellt am 16. August 2013, 13:47

SPÖ gegen Pläne zur Arbeitszeit-Flexibilisierung. Die SPÖ lehnt die von ÖVP-Wirtschaftsminister Mitterlehner ins Gespräch gebrachte Arbeitszeit-Flexibilisierung ab.

Das stellten Bundeskanzler Faymann, Sozialminister Hundstorfer und der Vorsitzende der Gewerkschaft PRO-Ge Rainer Wimmer in einer gemeinsamen Pressekonferenz Freitagmittag in Linz fest. Die ÖVP attestiert der SPÖ angesichts deren Nein "Panikattacken".

Faymann-Kritik: "Lohnkürzung durch die Hintertür"

Eine tägliche Höchstarbeitszeit von zwölf Stunden - von der SPÖ als "Zwölf-Stunden-Arbeitstag" bezeichnet - sei wegen der entfallenden Überstundenzuschläge für die Arbeitnehmer eine "Lohnkürzung durch die Hintertür", kritisierte Faymann. Er sprach sich gegen den Abbau von Arbeitnehmerrechten, "soziale Tiefschläge" und das Zerstören des sozialpartnerschaftlichen Kurses aus.

Für Hundstorfer bedeuten die Äußerungen des derzeitigen Koalitionspartners ÖVP, dass für diesen die 3,5 Mio. Beschäftigten in Österreich immer uninteressanter würden. Eine Berechnung habe ergeben, dass sie um rund eine Milliarde Euro umfallen, wenn keine Überstunden vergütet würden.

Gesundheitliche Beeinträchtigungen wegen langer Arbeitszeiten

Sie sollten ab der neunten Stunde und ordentlich bezahlt werden, verlangte er. Die gesetzlichen Regelungen zur Arbeitszeit seien schon jetzt flexibel genug gestaltet, argumentierte der Minister.

Das Ansinnen der ÖVP sei noch perfider, wenn man bedenke, dass rund 300.000 Arbeitnehmer gesundheitliche Beeinträchtigungen aufgrund langer Arbeitszeiten aufweisen würden. Wimmer kündigte massiven Widerstand gegen weitere Arbeitszeit-Flexibilisierung an.

Die ÖVP attestiert der SPÖ angesichts deren Nein zu einer Flexibilisierung der Arbeitszeit "Panikattacken". Diese würden "offensichtlich stündlich" zunehmen, meinte ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch am Freitag. Ein genereller Zwölf-Stunden-Arbeitstag sei "definitiv nicht Teil des ÖVP-Programms", betonte er.

Kritik an der roten Ablehnung der VP-Wünsche äußerten auch Wirtschaftsminister Mitterlehner sowie der VP-Wirtschaftsbund.