Erstellt am 25. Mai 2011, 14:05

Spritpreis-Datenbank soll im Sommer kommen. Die bei der Wettbewerbsbehörde E-Control angesiedelte Datenbank soll gemäß Entwurf einmalig 55.000 Euro kosten, die jährlichen Betriebskosten liegen bei geschätzten 2.000 Euro, berichtet das Wirtschaftsministerium am Mittwoch in einer Reaktion auf Vorbehalte der Mineralölindustrie.

Die angekündigte Spritpreisdatenbank soll im Laufe des Sommers kommen. Die bei der Wettbewerbsbehörde E-Control angesiedelte Datenbank soll gemäß Entwurf einmalig 55.000 Euro kosten, die jährlichen Betriebskosten liegen bei geschätzten 2.000 Euro, berichtet das Wirtschaftsministerium am Mittwoch in einer Reaktion auf Vorbehalte der Mineralölindustrie.

"So erhöhen wir die Transparenz und kurbeln den Wettbewerb am Treibstoffpreismarkt an", ist Wirtschaftsminister Mitterlehner (Bild) überzeugt. Die Einrichtung der Spritpreis-Datenbank werde auch international zunehmend positiv bewertet. Zuvor muss noch die entsprechende Novelle des Preistransparenzgesetzes im Parlament beschlossen werden. Laut dem Entwurf müssen Tankstellenbetreiber künftig jede Preisänderung bei Benzin und Diesel an eine Datenbank melden.

Was die Autofahrerclubs jubeln lässt, stößt der Mineralölindustrie sauer auf. Autofahrer werden für Um- und Extrawege zu billigen Tankstellen mehr Geld ausgeben, als sie sich beim Tanken ersparen, warnt Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbandes der Mineralölindustrie. Die Preisunterschiede in einer Region würden in der Regel nur wenige Cent pro Liter betragen, bei einem amtlichen Kilometergeld von 42 Cent würde sich eine scheinbare Ersparnis rasch als Verlust erweisen.

Der Mineralölverband wähnt sich unter hartem Verdrängungswettbewerb. Das internationale Beratungsunternehmen Wood Mackenzie habe aufgezeigt, dass mit Kraftstoffen in Österreich "kaum mehr etwas zu verdienen" sei. Laut der Interessensvertretung können Benzin und Diesel nur dann billiger werden, wenn die internationalen Preise sinken oder die Mineralölsteuer reduziert wird. Die österreichischen Kraftstoffpreise bewegen sich seit Jahren unter dem EU-Durchschnitt.