Erstellt am 03. April 2012, 13:24

Spritpreis zu Ostern immer höher. Diesel und Benzin waren in den letzten fünf Jahren zu Ostern immer teurer als drei Wochen davor, hat der Autofahrerclubs ÖAMTC am Dienstag errechnet.

So sind die Spritpreise an Österreichs Tankstellen im Oster-Vergleich im Schnitt um bis zu fünf Prozent höher als kurz davor. Bei einer Tankmenge von 40 Litern sind das bis zu 1,64 Euro.

Der Grund dafür ist laut ÖAMTC die erhöhte Nachfrage: Die Mineralölkonzerne würden vor Ostern anstehende Preissenkungen nicht durchführen. Der Verkehrsclub verglich die Durchschnittspreise vom Karfreitag bis Ostermontag mit denen, die drei Wochen zuvor aufgezeichnet worden sind. Elisabeth Brandnau vom ÖAMTC sieht es als langjährigen Trend, dass Benzin und Diesel zu Ostern teurer werden.

Die Preisanstieg habe nichts mit Ostern zu tun, entgegnete der Obmann des Tankstellen-Fachverbandes in der Wirtschaftskammer (WKO), Alexander Piekniczek: "Treibstoff wird ständig teurer, das geht wahrscheinlich auch nach Ostern weiter", sagte er zu APA. Neben der Nachfrage würden auch die Produktionskosten höher. Die Ölkonzerne müssten immer mehr in der Tiefsee und in der Antarktis bohren. Dem Mythos von sinkenden Ölpreisen erteilte er eine Absage.

"Die Tankstellenbetreiber sind die, die von den Autofahrern geschimpft werden", doch die Pächter hätten kaum Einfluss auf die Preise, so der WKO-Obmann. Die Preise würden den Tankstellen von den Mineralölkonzernen elektronisch oder per E-Mail mitgeteilt. Dass der Preis zu Ostern künstlich hoch sei, glaubt Piekniczek nicht, der Konkurrenzdruck der Anbieter sei stark genug. Der ÖAMTC empfiehlt, Spritpreis-Vergleiche zu nützen und gegebenenfalls nachzutanken.

BZÖ-Klubobmann Bucher forderte angesichts der steigenden Treibstoffpreise das Wirtschaftsministerium auf, die strategischen Ölreserven Österreichs freizugeben. Ein Ministeriumssprecher wies jedoch darauf hin, dass die Notstandsreserven nur für echte physische Engpässe bereitgehalten werden.