Erstellt am 12. Januar 2011, 00:00

Sprühstrümpfe statt Krampfadern-Gel. AK-BILANZ / Am häufigsten trafen bei der Arbeiterkammer im Vorjahr Beschwerden zu unerwünschten Gewinnspielen ein.

VON DORIS SEEBACHER

Die Arbeiterkammer Burgenland (AK) hatte im Vorjahr viel zu tun. Insgesamt trudelten 11.754 Anfragen ein, 823 Interventionen brachten insgesamt 372.147 Euro für die Konsumenten. Die größten Probleme gab es 2010 vor allem bei unerwünschten Gewinnspielanrufen – sogenannten Cold Calls. Hier versucht die AK seit längerem – leider ohne Erfolg – durchzusetzen, dass Verträge per Telefon keine Rechtsgültigkeit haben. Als Beispiel nennt Eva Schreiber, Leiterin der AK-Konsumentenschutzabteilung, eine burgenländische Konsumentin, die leichtsinnigerweise ihre Kontodaten bekannt gab, damit ihr Gewinne überwiesen werden können. Einige Monate später musste die Dame feststellen, dass bereits 15 verschiedene Firmen Geldbeträge von ihrem Konto abgebucht hatten.

Immer noch Probleme mit  Fremdwährungskrediten

Massive Probleme gibt es nach wie vor mit Krediten in Schweizer Franken. Die Bank Austria hatte von einem Kunden verlangt, binnen 14 Tagen 57.272 Euro einzuzahlen, andernfalls werde der Kredit fällig gestellt. Nach Intervention der AK stellte die Bank den Versand der Briefe ein. Schreiner meint jedoch dazu: „Kreditnehmer, deren Fremdwährungskredit demnächst ausläuft, könnten trotzdem noch Probleme betreffend Nachzahlungen ins Haus stehen.“ Skurril hingegen mutet der Fall einer älteren Dame an, die über die Teleshopping-Firma KaufSo aufgrund eines Werbespots Krampfaderncreme und Kühlgel für ihre Beine bestellt hatte. Bekommen hat sie eine Sprühstrumpfhose und fünf Packungen Fußgel. Erst nach Intervention der Arbeiterkammer erhielt die betagte Dame den vollen Kaufpreis zurück.