Erstellt am 16. Oktober 2012, 11:26

Spuren der Krise. Burgenländische Unternehmer handeln laut der Julius Raab Stiftung verantwortungsbewusst, fühlen sich aber missverstanden.

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Von Bettina Eder

„In den 18 Monaten der Krise hat kaum ein Unternehmer jemanden freigesetzt. 99 Prozent der Betriebe haben sich bemüht, durchzutauchen. Und dennoch haben sie ein Imageproblem“, erklärte Harald Mahrer, Präsident der Julius Raab Stiftung, bei der Vorstellung einer neuen Studie, die der heimischen Wirtschaft ein sehr gutes und der burgenländischen im speziellen sogar das Siegel „Musterbundesland“ verleiht, gleichzeitig aber auch die Spuren der Finanz- und Schuldenkrise aufzeigt.

In Intensivgesprächen mit den Unternehmern wurde bestätigt, dass man sich gerade im Burgenland der unternehmerischen Verantwortung – den Mitarbeitern und der Region gegenüber – bewusst sei. Zudem habe für 80 Prozent die Umwelt höchste Priorität. Die burgenländischen Unternehmer würden laut Mahrer „in Generationen, nicht in Quartalen denken. Der unternehmerische Erfolg ist tief verwurzelt im Verantwortungsbewusstsein.“

Nemeth: Kritik an Pauschalverurteilungen

Dennoch fühlen sie sich oft missverstanden und die Wirtschaft habe mit einem Vertrauensverlust zu kämpfen. Hauptgrund seien „klassenkämpferische Pauschalverurteilungen“. Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth ruft den aktuellen Werbeslogan der AK in Erinnerung: „Wo man eigentlich unterschwellig behauptet, dass drei Millionen Österreicher ausgebeutet werden. Von wem ausgebeutet werden – unterschwellig transportiert – natürlich von jenen, wo sie beschäftigt sind.“

„Überall entsteht der Eindruck, dass alles ungerechter geworden ist. Das stimmt aber nicht. Das belegen die Zahlen“, betont auch Mahrer. Verantwortungsbewusste Unternehmen – also jene, die über das Gesetzliche hinaus agieren – sollen dafür auch mit Steuerbegünstigungen belohnt werden. Negativbeispiele sollen dagegen wiederum viel härter bestraft werden.