Erstellt am 23. Juni 2011, 18:11

Staaten fluten Märkte mit Öl: Preise gehen runter. Benzin könnte schon bald billiger werden: Nach einem schwachen Konjunkturausblick der US-Notenbank Fed ist der Ölpreis im Verlauf des Donnerstag merklich gefallen. Alle Schleusen öffneten sich schließlich, als die Internationale Energieagentur (IEA) am Nachmittag ankündigte, 60 Millionen Barrel an Rohöl auf den Markt zu werfen, um damit die Förderausfälle aus Libyen auszugleichen.

Benzin könnte schon bald billiger werden: Nach einem schwachen Konjunkturausblick der US-Notenbank Fed ist der Ölpreis im Verlauf des Donnerstag merklich gefallen. Alle Schleusen öffneten sich schließlich, als die Internationale Energieagentur (IEA) am Nachmittag ankündigte, 60 Millionen Barrel an Rohöl auf den Markt zu werfen, um damit die Förderausfälle aus Libyen auszugleichen.

Der Preis für ein Fass (je 159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank bis zum späten Donnerstagnachmittag deutscher Zeit um rund 4 Prozent auf unter 91 Dollar. Die Nordseesorte Brent gab ähnlich stark nach.

Die IEA begründete den überraschenden Schritt damit, dass die Ausfälle in Libyen stärker seien als bisher angenommen. Zudem könnte der im Sommer übliche Anstieg der Nachfrage in den Ölraffinerien zu Engpässen führen. In der Organisation haben sich 28 Länder zusammengeschlossen, um nach den Erfahrungen der Ölkrise in den 1970-er Jahren ihre Versorgung sicherzustellen. Deutschland gehört zu den Gründungsmitgliedern.

Alleine 30 Millionen Barrel stellen die USA zur Verfügung. Dazu zapfen sie ihre strategischen Ölreserven an, wie das Energieministerium erklärte. Die Reserven seien derzeit auf einem historischen Höchststand von 727 Millionen Barrel. Das Öl gelangt nach und nach in den kommenden 30 Tagen auf den Markt.

Es ist erst das dritte Mal in der Geschichte der IEA, dass die Mitgliedsländer ihre Ölvorräte geschlossen antasten. Das Ziel sei, so IEA-Chef Nobuo Tanaka, dass die Weltwirtschaft weich lande. Vor allem den Amerikanern dürfte daran gelegen sein. Die US-Notenbank hatte erst am Mittwochabend die Konjunkturerwartungen für die USA leicht gesenkt und die Leitzinsen unverändert bei faktisch Null belassen.