Erstellt am 05. Juli 2013, 12:47

Stagnation könnte sich laut OeNB fortsetzen. Die Stagnation der österreichischen Wirtschaft könnte sich auch zur Jahresmitte 2013 weiter fortsetzen, falls sich im Euroraum die Rezession verschärft oder sich die Konjunktur in den großen aufstrebenden Volkswirtschaften wie China verschlechtert.

Diese Warnung äußerte die Oesterreichische Nationalbank am Freitag.

Laut dem aktuellen OeNB-Konjunkturindikator wird die österreichische Wirtschaft im zweiten und dritten Quartal 2013 mit +0,2 Prozent bzw. +0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal "deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt" von 0,5 Prozent wachsen.

Im Vergleich zur letzten Veröffentlichung des OeNB-Konjunkturindikators wurde die Prognose für das zweite Quartal 2013 geringfügig um 0,1 Prozentpunkte nach unten revidiert. Für das Gesamtjahr 2013 erwartet die OeNB weiterhin ein Wachstum von 0,3 Prozent.

"Österreichs außenwirtschaftliches Umfeld bleibt schwierig und sehr heterogen", schreibt die Nationalbank. Während die Erholung in den USA und Japan an Fahrt gewinne und China trotz Schwierigkeiten am Finanzmarkt weiterhin recht kräftig wachse, seien die Wachstumsaussichten für Europa sehr gedämpft und wichtige Absatzmärkte wie Italien, Ungarn, Tschechien oder Slowenien steckten in einer Rezession.

Für das erste Quartal 2013 zeigen die Außenhandelsdaten laut Nationalbank eine seit mehr als einem Jahr anhaltende Stagnation der österreichischen Güterexporte. Eine Besserung sei nicht zu erwarten, heißt es. Angesichts fehlender außenwirtschaftlicher Impulse bleibe auch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen gering und die schwache Reallohnentwicklung lasse trotz positiven Beschäftigungswachstums nur eine moderate Steigerung der privaten Konsumausgaben zu. Die steigende Arbeitslosigkeit führe zudem zu vermehrtem Vorsichtssparen.

Vor diesem Hintergrund dürfte die Wirtschaftsentwicklung im zweiten Quartal 2013 noch sehr verhalten gewesen sein. Das prognostizierte Wachstum von 0,2 Prozent ist zum Teil auf wetterbedingte Aufholeffekte nach dem kalten Winter zurückzuführen und überzeichnet die zugrunde liegende Wachstumsdynamik. Mit einer Quartalswachstumsrate von 0,3 Prozent bleibe das Wachstum aber auch zu Beginn der zweiten Jahreshälfte schwach.