Erstellt am 17. August 2012, 10:44

Starker Rückgang bei Sommer-Nachhilfe. Die Kosten für Nachhilfe im Sommer steigen und die Eltern müssen offensichtlich wegen allgemein zunehmender Lebenshaltungskosten dabei sparen. Das zeigt eine Ifes-Umfrage im Auftrag der Arbeiterkammer.

 Heuer zahlt eine Familie für die Nachhilfe ihres Kindes bzw. ihrer Kinder während der Sommerferien im Schnitt 442 Euro, um neun Prozent mehr als im Vorjahr (407 Euro).

Gleichzeitig zeigt sich ein massiver Rückgang der Familien, die solche Sommer-Nachhilfe überhaupt in Anspruch nehmen - von hochgerechnet 96.000 im Vorjahr auf nur mehr 40.000 in diesem Sommer. Nach Angaben der AK wird für Sommer-Nachhilfe nur noch bezahlt, wenn das Kind im Herbst eine Nachprüfung hat. Lerncamps oder Sprachferien zur allgemeinen Verbesserung der Leistung wurden offenbar gestrichen.

Am höchsten sind die Kosten für Sommer-Nachhilfe mit 535 Euro bei Familien, deren Kinder die Oberstufe des Gymnasiums besuchen. Gehen die Kinder in die AHS-Unterstufe, liegen die durchschnittlichen Kosten bei 525 Euro. Erheblicher günstiger ist es mit 370 Euro, wenn das Kind eine Neue Mittelschule besucht. Laut Kammer brauchen an der Neuen Mittelschule 17 Prozent der Schüler private Nachhilfe, im Gymnasium sind es 34 Prozent.

Die Ifes-Umfrage zeigt auch den Wunsch der Mehrheit der von Nachhilfe betroffenen Eltern nach einer besseren Unterrichtsgestaltung. Durch schulische Nachmittagsbetreuung mit individueller Förderung oder Ganztagsschule sollten die Kinder den Lernstoff von vornherein verstehen.

Auch AK-Präsident Tumpel fordert, dass die Schule mehr Verantwortung für den Lernerfolg übernimmt. "Der Sommer soll zur Erholung da sein, nicht zur Nachhilfe", so Tumpel. Die Arbeiterkammer fordert u.a. eine verpflichtende Lernförderung und sozialpsychologische Betreuung in der Schule, wenn die Gefahr eines negativen Abschlusses droht.