Erstellt am 19. Februar 2013, 14:03

Steirer wollen unsere Bahn. Steiermärkische Landesbahnen planen Übernahme des Güterverkehrs. Und: Ungarn-Anschluss in Sichtweite.

 |  NOEN, ÖBB
Das Ringen um die Bahn im Bezirk scheint zumindest vorerst beendet zu sein. Wie die BVZ aus gut informierten Kreisen erfuhr, stehen die Verhandlungen der ÖBB Rail Cargo mit einem privaten Betreiber um die Übernahme der Strecke Oberwart-Friedberg für den Güterverkehr kurz vor dem Abschluss.

Mit den Steiermärkischen Landesbahnen (STLB) soll ein Betreiber gefunden worden sein, der sowohl die Bedienung der Strecke als auch die Infrastruktur übernehmen soll. Das hieße, dass sich die ÖBB Rail Cargo aus dem Betrieb der Strecke zurückziehen, der Verladebahnhof Oberwart aber nicht geschlossen werden würde. Auch von einem Unternehmen aus der Region, das vom Transport ihrer Güter auf den Gleisen angewiesen ist, heißt es, dass „es extrem positive Signale gibt, dass der Güterverkehr erhalten bleibt“.

Details zum möglichen Deal gibt es derzeit aber noch keine. ÖBB-Pressesprecher Christoph Posch winkt auf BVZ-Anfrage ab: „Der mögliche Betreiberwechsel ist noch nicht beschlossen.“ Bei der STLB war Geschäftsführer Helmut Wittmann bis Redaktionsschluss nicht erreichbar. Insofern ist auch nicht klar, ob die STLB vielleicht auch planen, den Personenverkehr wieder aufzunehmen. Fakt ist aber, dass die STLB zahlreiche Regionalbahnen und auch Buslinien in der Steiermark betreibt. Dem Vernehmen nach könnte die STBL schon bald als neuer Betreiber präsentiert werden.

Personenverkehr bald über Ungarn möglich?

Licht am Ende des Tunnels gibt es auch für den Personenverkehr. Bei einem Gespräch zwischen Landeshauptmann Hans Niessl und dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán wurde die Möglichkeit ins Auge gefasst, Oberwart via Szombathely ans internationale Bahnnetz anzuschließen. Landesverkehrskoordinator Peter Zinggl bestätigt: „Das waren sehr positive Gespräche. Für Ungarn geht es darum, die Ziel 1-Fördergelder auszulösen. Das ist bisher nicht geschehen. Laut unseren Informationen können diese Gelder auch für grenzüberschreitende Projekte verwendet werden – und dann könnte es sehr schnell gehen.“ Als erster Schritt wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich demnächst zum ersten Mal trifft. „Wichtig ist, dass die Sache in Budapest am Tisch liegt. Das ist zum ersten Mal der Fall“, hofft Zinggl auf den Willen der ungarischen Regierung.

Kritik kommt von den Grünen. „Ich glaube erst daran, wenn ich im Zug sitze“, sagt Bezirkssprecher Wolfgang Spitzmüller. „Manchmal kommt es mir so vor, dass nur Geld von der EU abgeschöpft werden soll, aber ein langfristiger und vor allem sinnvoller Infrastrukturplan fehlt.“