Erstellt am 29. April 2013, 11:31

Steuern stiegen 2011 in EU - Österreich Siebenter. Leere Staatskassen, höhere Steuern: Im Jahr 2011 ist in den 27 EU-Staaten der Anteil der Steuern und Sozialabgaben an der Wirtschaftsleistung auf 38,8 Prozent gestiegen, nach 38,3 Prozent 2010 und 38,4 Prozent 2009.

 In der Eurozone stieg die Quote auf 39,5 Prozent nach 39,0 Prozent 2010 und 39,1 Prozent 2009, geht aus einem Bericht des EU-Statistikamts Eurostat und der EU-Kommission hervor. Österreich liegt mit 42,0 nach 41,9 Prozent über dem Schnitt und an siebenter Stelle Europas. Verglichen mit dem Jahr 2000 sind die Steuereinnahmen gemessen an der Wirtschaftsleistung jedoch hierzulande zurückgegangen: Damals waren die Steuereinnahmen noch bei 43 Prozent des BIP gelegen.

Die Steuern auf Arbeit blieben in der EU die Haupteinnahmequelle (fast die Hälfte), geht aus dem am Montag vorgestellten Steuertrendbericht hervor. Es folgten Verbrauchssteuern (ein Drittel) und Steuern auf Kapital (ein Fünftel).

In Österreich wird Arbeit mit 40,8 Prozent am dritthöchsten unter den 27 EU-Staaten besteuert, höher sind diese Raten gemessen am BIP nur in Belgien (42,8 Prozent) und Italien (42,3 Prozent). Der EU-Schnitt lag bei 35,8 nach 35,4 Prozent. Am geringsten waren die Quoten in Malta (22,7 Prozent), Bulgarien (24,6 Prozent), Portugal (25,5 Prozent) und in Großbritannien (26,0 Prozent).

Auch wenn man die gesamten Steuerbelastungen betrachtet, zeigen sich innerhalb der Union große Unterschiede: Eine Quote von weniger als 30 Prozent hatten Litauen (26,0 Prozent), Bulgarien (27,2 Prozent), Lettland (27,6 Prozent), Rumänien (28,2 Prozent), die Slowakei (28,5 Prozent) und Irland (28,9 Prozent). Spitzenreiter war Dänemark mit 47,7 Prozent, gefolgt von Schweden (44,3 Prozent), Belgien (44,1 Prozent), Frankreich (43,9 Prozent), Finnland (43,4 Prozent) und Italien (42,5 Prozent).

Die stärkste Anhebung zwischen 2010 und 2011 verzeichneten das krisengeschüttelte Portugal (31,5 auf 33,2 Prozent), Rumänien (26,7 auf 28,2 Prozent) sowie Frankreich (42,5 auf 43,9 Prozent). Auf der anderen Seite gab es die stärksten Senkungen in Estland (34,1 auf 32,8 Prozent), Schweden (45,4 auf 44,3 Prozent) sowie Litauen (27,0 auf 26,0 Prozent).