Erstellt am 12. Dezember 2011, 12:03

Steuerzahlen kostet Geld und Zeit. Wenn über Steueraufwand gesprochen wird, dann meist über das Geld, das ein Unternehmen zahlen muss. Daneben fällt aber auch ein hoher Zeitaufwand an. Der Unterschied ist enorm: Während in den Golfstaaten für Berechnung und Zahlung von Steuern jährlich nur bis zu 36 Stunden nötig sind, muss ein brasilianisches Unternehmen dafür 2.600 Stunden veranschlagen.

In dem Bericht "Paying Taxes 2012: The Global Picture" von Pricewaterhouse Cooper und Weltbank liegt Österreich mit 170 Stunden auf Rang 57 unter 183 Staaten. Eine Luxemburger Firma muss nach den Kriterien jährlich 59 Stunden aufwenden, in der Schweiz sind es 63 Stunden, in Finnland 93 Stunden. In Österreichs Nachbarländern Deutschland (221 Stunden), Italien (285 Stunden) und Tschechien (557 Stunden) ist der Zeitaufwand deutlich höher. Weltweite "Spitzenreiter" sind Staaten in Südamerika und Afrika, in Europa ist die Ukraine mit 657 Stunden Schlusslicht.

Die aktuelle Ausgabe der jährlich aktualisierten Studie errechnet für ein "Modellunternehmen" in Österreich eine gesamte Steuerbelastung von 53,1 Prozent des Gewinns vor allen Steuerzahlungen. Davon entfallen 15 Prozentpunkte auf Gewinnsteuern, 34,8 Prozentpunkte auf Lohnabgaben und 3,4 Prozentpunkte auf sonstige Steuern. In der EU kommen nur Firmen in Belgien, Estland, Frankreich und Italien (mit 68,5 Prozent Spitzenreiter) auf eine höhere Belastung. Luxemburg verlangt mit 20,8 Prozent gesamter Steuerbelastung von seinen Firmen am wenigsten. Im weltweiten Ranking liegt Österreich im PWC-Ranking auf Rang 147 von 183 Ländern.

Als drittes Kriterium für die Belastung von Firmen durch Abgaben rechnet PwC die Häufigkeit der Zahlungen nach. Mit 14 Überweisungsterminen pro Jahr kommen Österreichs Firmen relativ günstig weg (Rang 49). Alle drei Kriterien zusammen ergeben für die Steuerbelastung von Österreichs Firmen insgesamt Rang 78, Platz 1 geht an die Malediven vor Katar, Hongkong und Singapur, Irland als fünfter ist bestes europäisches Land. Venezuela ist Schlusslicht hinter Kongo und der Ukraine.