Erstellt am 31. Oktober 2014, 13:44

Stichtag 1. November: Autos brauchen Winterreifen. Die gesetzliche Winterausrüstungspflicht tritt zu Allerheiligen in Kraft und gilt auch in anderen Ländern. Außerdem sei auch das Reifendruck-Kontrollsystem ab morgen Pflicht, wie der ÖAMTC in einer Aussendung am Freitag erinnerte.

Wer sein Fahrzeug noch nicht mit Winterreifen ausgestattet hat, sollte dies so schnell wie möglich nachholen.  |  NOEN, ÖAMTC
Wem die niedrigen Temperaturen noch nicht Anlass genug waren, der wird spätestens jetzt tätig werden müssen, denn ab Samstag (1. November) gilt bei winterlichen Fahrbedingungen Winterreifenpflicht.

„Bremsweg mit Sommerreifen mitunter doppelt so lang“

„Verantwortungsbewusste Autofahrer achten rechtzeitig auf die entsprechende Ausrüstung ihrer Fahrzeuge“, hält ÖAMTC-Regionalleiter Rudolf Leeb fest und führt aus: „Sommerreifen sind für höhere Temperaturen konstruiert. Kommen sie bei niedrigen zum Einsatz, lässt der Griff nach. Dadurch verlängert sich der Bremsweg auf nasser sowie glatter Fahrbahn und auch die Seitenführung in Kurven verschlechtert sich.“

Die Gummimischungen von Winterreifen sind hingegen auf die kalte Jahreszeit ausgerichtet. Das hat auch ein ÖAMTC-Test gezeigt. „Der Bremsweg von Sommerreifen auf Schneefahrbahn kann mitunter doppelt so lang wie mit Winterreifen sein“, fasst der ÖAMTC-Regionalleiter zusammen.

Vor dem Umstecken muss auch die Funktionstüchtigkeit der Reifen überprüft werden. „Sind Risse oder andere Schäden zu erkennen oder liegt die Profiltiefe unter vier Millimeter, ist es Zeit für einen Reifenneukauf“, merkt Rudolf Leeb an. „Eine Investition in die eigene Sicherheit und die der Mitfahrer, die sich in jedem Fall lohnt.“

Auch Reifendruck-Kontrollsysteme ab Samstag Pflicht

Der 1. November ist aber nicht nur der Stichtag für die Winterreifenpflicht, sondern auch für Reifendruck-Kontrollsysteme, mit denen ab Allerheiligen 2014 alle in der EU neu verkauften bzw. zugelassenen Pkw der Klasse M1 (bis 3,5t) serienmäßig ausgestattet sein müssen.

„Grundsätzlich begrüßt der ÖAMTC die Verwendung von Reifendruck-Kontrollsystemen. Denn internationale Studien zeigen, dass eine große Anzahl von Pkw mit falschem, meist zu niedrigem, Luftdruck unterwegs ist“, erklärt Leeb. „Allerdings müssen die Systeme möglichst kostengünstig sein und dürfen nicht zu unnötigen Mehrbelastungen für Autofahrer führen.“

Eine regelmäßige Kontrolle des Reifeninnendrucks ist vor allem aufgrund zweier Faktoren anzuraten: Erstens ist zu geringer Luftdruck in einem oder mehreren Reifen ein Sicherheitsrisiko, weil dadurch das Fahrverhalten negativ beeinflusst wird. Zweitens erhöht zu geringer Luftdruck maßgeblich den Reifenverschleiß und den Spritverbrauch. Die RDKS, die bei allen Neuwagen Pflicht sind, warnen den Fahrer wenn der Reifen Druck verliert.

Winterreifenpflichten in Nachbarländern beachten

Wer eine Fahrt ins Ausland plant, sollte sich über die dortigen Bestimmungen hinsichtlich der Bereifung genau informieren. Denn in den Nachbarländern gelten unterschiedliche Winterreifenpflichten, hier eine Auswahl der wichtigsten:
  • Ungarn: Es besteht keine generelle Winterreifenpflicht. Bei entsprechenden Straßen- und Wetterverhältnissen kann die Benutzung von Winterreifen allerdings kurzfristig durch entsprechende Beschilderung vorgeschrieben werden. Die Verwendung von Spikereifen ist verboten.

  • Deutschland: Wie in Österreich gilt auch in Deutschland eine situative Winterreifenpflicht. Bei Schneeglätte, Schneematsch, Reifglätte oder Glatteis darf ein Kraftfahrzeug ausschließlich mit Winter- oder Ganzjahresreifen betrieben werden. Schneeketten sind mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h erlaubt.

  • Kroatien: Auf einigen Straßen oder Streckenabschnitten gilt unabhängig von der Witterung und den Straßenverhältnissen zwischen 15. November und 15. April eine Winterreifenpflicht. Auf den restlichen Straßen Kroatiens müssen unabhängig vom Datum bei bestehenden winterlichen Straßenverhältnissen Winterreifen verwendet werden.