Erstellt am 06. Dezember 2012, 12:25

Stimmung der heimischen Industrie sinkt. Die Stimmung in der heimischen Industrie sinkt. Für das Gesamtjahr erwartet Manfred Engelmann, Geschäftsführer der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich, eine Stagnation der Produktion.

Angesichts des leichten Wachstums im ersten Halbjahr laufe das auf einen Rückgang im zweiten Halbjahr hinaus, sagte er am Donnerstag.

Die Prognose sei aber von "extremer Unsicherheit" geprägt. Anlass zur Sorge gebe unter anderem, dass erstmals seit langem der Hauptexportmarkt EU rückläufig ist. Die Ausfuhren in praktisch alle Nachbarländer - Ausnahme Slowakei - gingen heuer zurück. Der Zuwachs in Lateinamerika und Afrika könne das nur knapp ausgleichen. Nominell könnte es zwar noch ein Plus geben, unter Berücksichtigung der Inflation werde es aber auf eine Stagnation hinauslaufen.

Die Industrieproduktion ist zwar im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr nominell um 4,3 Prozent und Real um 1,7 Prozent gestiegen. Rechne man aber die von steigenden Energiepreisen geprägten Branchen Wärmeversorgung und Mineralölindustrie heraus, bleibe nur ein nominelles Plus von 0,6 Prozent übrig - real also ein Rückgang. Insgesamt liegt der Wert der Industrieproduktion heuer nominell wieder über dem Niveau vor der Krise von 2008 - real aber noch darunter.

Auch hat sich das Wachstum der Industrieproduktion von Quartal zu Quartal verlangsamt: Der Wert (abgesetzte Produktion) stieg im ersten Quartal 2012 um 6,2 Prozent und im zweiten um 2,5 Prozent, die Menge (Produktionsindex) legte um 0,8 bzw. 0,9 Prozent zu. Bei den Aufträgen gab es in Summe einen nur geringen Anstieg um 1,7 Prozent, wobei die inländischen Bestellungen um 11 Prozent zulegten, die ausländischen hingegen um 1,8 Prozent sanken.

Positiv ist, dass die Industrie die Beschäftigung stabil hält und auch weiter halten will. Im Schnitt gab es im 1. Halbjahr 405.000 Industriebeschäftigte, um 1,4 mehr als in der Vorjahresperiode. Dazu kamen noch knapp 25.000 Leiharbeiter - Plus 1 Prozent. Kurzarbeit, die vor kurzem verlängert wurde, sei für die Industrie "eines der Hauptziele" bei den Wünschen an die Politik.