Erstellt am 17. Februar 2012, 17:21

Strabag mit milliardenschwerem Auftrag in Italien. Ein Konsortium um die österreichische Strabag-Gruppe hat einen 1,7 Milliarden Euro schweren Auftrag für den Bau von Strecken der norditalienischen Autobahn Pedemontana erhalten.

Eine Milliarde Euro des Auftragswerts entfallen auf die Strabag, die 60 Prozent am Konsortium hält. Dies wurde am Freitag vom italienischen Auftraggeber bekanntgegeben.

Die italienische Gesellschaft erteilte dem Konsortium den Zuschlag für insgesamt vier Baulose. Der Milliardenauftrag umfasst die Errichtung einer 52 Kilometer langen Autobahn mit zwei Fahrbahnen zu je zwei bzw. drei Fahrstreifen sowie 50 Kilometer Zubringer und Anschlussstraßen an das bestehende Straßennetz, teilte die Strabag mit. Inkludiert sind weiters 50 Tunnelbauwerke in offener und zwei in geschlossener Bauweise einschließlich der technischen Ausrüstungen, drei Brücken mit einer Gesamtlänge von drei Kilometer sowie ein circa 80 Kilometer langer Radweg.

Der unterlegene italienische Baukonzern Impregilo war beim Verwaltungsgericht gegen die Auftragsvergabe an die Strabag vorgegangen. Der österreichische Konzern hatte sich an der Spitze eines Konsortiums mit einem einzigen Punkt Vorsprung gegen den Konkurrenten durchgesetzt. Der Antrag Impregilos wurde abgelehnt.

Die Straße, die die lombardische Stadt Bergamo mit dem Mailänder Flughafen Malpensa verbinden soll, ist Europas größtes Straßeninfrastrukturprojekt. Die 75 Kilometer lange Verkehrsachse, die die industriereichsten Regionen Europas verbinden soll, muss bis zur 2015 geplanten Welt-Expo in Mailand fertig sein.

Mit der Strabag im Konsortium sind die italienischen Gesellschaften "Grandi lavori Fincosit", "Impresa costruzioni Giuseppe Maltauro" und "Adanti". Die Bauarbeiten sollen im kommenden Sommer beginnen. Die "Pedemontana", die schon in den 60er Jahren geplant war, aber nie gebaut wurde, wird durch die hügelige Übergangszone am lombardischen Alpenland verlaufen. Damit will man den Verkehrsbedürfnissen des Großraums Mailand entgegenkommen und den Flughafen Malpensa effizienter erschließen.