Erstellt am 30. November 2012, 09:16

Strabag nach drei Quartalen mit Verlusten. Die Wirtschaftskrise setzt dem börsenotierten Baukonzern Strabag zusehends zu. In den ersten drei Quartalen 2012 ist ein Periodenverlust von 42,22 Mio. Euro aufgelaufen.

In der Vergleichsperiode des Vorjahres war noch ein Gewinn von 145,11 Mio. Euro ausgewiesen worden. Das Periodenergebnis nach Minderheiten drehte von plus 112,22 Mio. auf minus 68,92 Mio. Euro.

Das operative Ergebnis (EBIT) schrumpfte von 207,62 auf 1,71 Mio. Euro, die Marge sank von 2,1 auf 0,0 Prozent. Die Erwartungen für das Gesamtjahr sind entsprechend gedämpft: "Das operative Konzernergebnis 2012, das wir mit allenfalls 200 Mio. Euro prognostiziert haben, erscheint uns außerordentlich ambitioniert", teilte Konzernchef Hans Peter Haselsteiner mit. "Die Umstände in der Bauwirtschaft werden schwieriger, als wir es in den vergangenen Jahren gewohnt waren."

Die Bauleistung hingegen, die heuer im Neunmonatszeitraum um nur 2 Prozent auf 10,11 Mrd. Euro zurückging, soll auch im Gesamtjahr stabil bleiben: "Wir halten an dem Ziel einer gegenüber dem Geschäftsjahr 2011 in etwa gleichbleibenden Leistung fest", so der Vorstandsvorsitzende.

Der Auftragsbestand erhöhte sich zwischen Jänner und September um 4 Prozent auf 14,57 Mrd. Euro. Großaufträge in Italien und Deutschland kommen dem Bauriesen zugute. Dafür hakt es in Polen, wo der Bauboom ausläuft. Aber auch in Tschechien und in der Schweiz ging die Bauleistung zurück. Der konsolidierte Konzernumsatz verringerte sich in den ersten drei Quartalen von 9,71 auf 9,29 Mrd. Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) halbierte sich heuer nahezu von 478,11 auf 277,32 Mio. Euro. Auf den Gewinn drückten den Angaben zufolge Schadenersatzzahlungen in Höhe von 43 Mio. Euro, das Baustoffgeschäft, die Nachtragssituation in Polen sowie "nennenswerte Verlustübernahmen" von Arbeitsgemeinschaften.

Säumige Zahler in CEE sind ebenfalls eine Belastung. Es fehle jener Umsatz, der die Kosten bereits geleisteter Arbeiten in zentral- und osteuropäischen Ländern - allen voran in Polen - hätte abgelten sollen, dessen Bearbeitung jedoch von den dortigen öffentlichen Auftraggebern nur zögerlich vonstattengehe, so die Strabag.