Erstellt am 31. Mai 2012, 09:44

Strabag schrieb im ersten Quartal höhere Verluste. Der börsenotierte Baukonzern Strabag hat im ersten Quartal 2012 seine Verluste massiv ausgebaut. Das operative Ergebnis sank gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 13 Prozent auf minus 164,66 Mio. Euro und war den Konzernangaben zufolge vom Rohstoffgeschäft belastet.

Der Verlust nach Steuern vergrößerte sich um 28 Prozent auf 159,14 Mio. Euro ein. Der Fehlbetrag je Aktie stieg um 39 Prozent von 1,03 auf 1,44 Euro. Mit einem Minus von 2 Prozent auf 2,263 Mrd. Euro hielt sich die Bauleistung relativ stabil, wie aus der Ad-hoc-Mitteilung des Unternehmens von Donnerstag hervorgeht. Der Umsatz sank um 1 Prozent auf 2,193 Mrd. Euro.

Der Auftragsbestand wuchs um 3 Prozent auf 15,688 Mrd. Euro und erreichte damit laut Strabag ein neues Rekordhoch. In Italien erhielt ein Konsortium rund um die Strabag den Zuschlag für den Bau von Strecken der norditalienischen Autobahn Pedemontana, der 1,7 Mrd. Euro kosten soll. Ein Volumen von 1 Mrd. Euro davon ist der Strabag zuzuordnen - sie hält 60 Prozent an dem Konsortium.

Für 2012 bleibt Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner bei seiner Prognose, dass der operative Gewinn gegenüber 2011 rückläufig sein wird: Ein EBIT über 300 Mio. Euro hält er für "mehr als ambitioniert". Im Vorjahr stieg der Betriebsgewinn noch um 12 Prozent auf 334,8 Mio. Euro.

Heuer würden sich fehlende Infrastrukturinvestitionen der öffentlichen Hand in Europa weiterhin negativ auf den Verkehrswegebau auswirken. Zu einer Belastung dürfte auch die abgeschwächte Baunachfrage in Polen nach der Fußball-Europameisterschaft werden, heißt es im aktuellen Quartalsbericht. Solide Geschäfte erwartet Haselsteiner hingegen im deutschen Hoch- und Ingenieurbau.

Das Eigenkapital des größten österreichischen Baukonzerns verringerte sich zum Stichtag 31. März 2012 um 3 Prozent auf 3,060 Mrd. Euro. Die Nettoverschuldung wurde um 79 Prozent von 267,81 auf 56,16 Mio. Euro kräftig abgebaut. Der Personalstand verringerte sich im ersten Quartal von 72.363 auf 70.767 Arbeitnehmer (minus 2 Prozent).