Erstellt am 24. Mai 2013, 14:42

"Strache-FPÖ" geht im Telekom-Prozess auf Distanz. Angesichts des Telekom-Prozesses um eine mutmaßlich illegale Parteispende an die FPÖ im Jahr 2004 geht die aktuelle Parteiführung auf Distanz zu den damaligen Entscheidungsträgern.

Mit der Strache-FPÖ habe diese Telekom-Causa nachweislich nichts zu tun, sagte Parteichef Strache. Sollte die FPÖ zur Rückzahlung der 600.000 Euro verurteilt werden, will er sich an der Ex-Parteispitze schadlos halten.

In der Verantwortung für den Skandal sieht Strache die damalige geschäftsführende Parteiobfrau Haubner, Bundesgeschäftsführer Eccher und den damaligen Partei-Werber Rumpold. Alle drei seien ein Jahr später zum BZÖ gewechselt (Eccher war später allerdings wieder für die Vorarlberger FPÖ tätig, Anm.), sagte Strache: "Die Vorwürfe betreffen allesamt BZÖ-Personen."

Strache deponierte jedenfalls, dass die FPÖ keinen Cent von der Telekom erhalten habe. Nicht gelten lässt er die Darstellung der Staatsanwaltschaft, die den im Gefolge des Telekom-Deals zwischen der Rumpold-Agentur und der FPÖ verhandelten Schuldenerlass als indirekte Parteispende wertet.

Im Übrigen bemühte sich Strache, die Aufmerksamkeit in dem Skandal auf die anderen Parteien zu lenken. Nicht näher bewerten wollte Strache die Rolle des damaligen Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider. Der hatte laut Fischers Aussage den Deal mit Rumpold im Jahr 2003 eingefädelt - also zu einer Zeit, als Strache Haider noch die Treue hielt und sich dessen Rückkehr an die FP-Spitze wünschte. Strache verwies diesbezüglich auf die später mit Haider ausgetragenen Konflikte.

Das BZÖ will die Distanzierung der FPÖ vom Telekom-Skandal nicht akzeptieren. Bündnissprecher Rainer Widmann erinnerte Strache am Freitag in einer Aussendung daran, dass dieser selbst 2004 stellvertretender FP-Obmann und somit "in Entscheidungen aller Art" eingebunden war. Tatsächlich wurde Strache am 3. Juli 2004 zum stellvertretenden FP-Obmann gewählt. Der "Generalvergleich" zwischen Rumpolds Werbeagentur und der FPÖ vom 7. Juni 2004 war zu diesem Zeitpunkt freilich bereits unter Dach und Fach.