Erstellt am 21. November 2012, 09:40

Strauss-Übernahmeangebot für Porr auf dem Tisch. Die Strauss-Gruppe hat am Mittwoch ihr bereits angekündigtes Übernahmeangebot für den Baukonzern Porr veröffentlicht.

Die zur Strauss-Gruppe gehörende SuP Beteiligungs GmbH von Porr-CEO Karl-Heinz Strauss bietet 52 Euro je Stammaktie und 32 Euro je Vorzugsaktie sowie 37 Euro für jeden Kapitalanteilschein. Die Annahmefrist für das Angebot läuft zwei Wochen, bis einschließlich 5. Dezember 2012. Porr-Stämme notierten an der Wiener Börse zuletzt bei 82,99 Euro, das Handelsvolumen war mit 50 Stück (Einfachzählung) sehr gering. Vorzugsaktien waren 33,5 Euro wert. Strauss und die "mit ihm gemeinsamen vorgehenden Rechtsträger" wollen das konzernweite Restrukturierungsprogramm fortführen "und die Zielgesellschaft durch Schaffung einer stabilen Kernaktionärsstruktur strategisch führen", hieß es in der Pflichtmitteilung.

Der Streubesitzanteil solle erhöht werden, mittelfristig wollen Strauss und Kernaktionär Klaus Ortner, ein Tiroler Haustechnikunternehmer, ihre Beteiligung auf 50 Prozent plus eine Stammaktie reduzieren. Außerdem werde eine Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien im Verhältnis 1: 1 erwogen, um die Aktie für Investoren attraktiver zu machen.

Die Übernahmekommission findet das im Vergleich zum Börsewert geringe Übernahmeangebot gerechtfertigt. In ihrer im Internet einsehbaren Stellungnahme, aus der auch das "WirtschaftsBlatt" zitiert, wird der Unternehmenswert der Porr mit 102 bis 145 Mio. Euro beziffert. "Dies entspricht einem Wert von rund 37,95 bis 53,95 Euro je Aktie", so die Behörde unter Bezugnahme auf eine KPMG-Studie.

Strauss hatte im Oktober die kontrollierende Mehrheit über Porr erlangt. Für den knapp 38-prozentigen Anteil, den er der Bank Austria und der B&C-Gruppe abgekauft hat, blätterte er rund 55 Mio. Euro hin. Finanziert hat das ganze die Bank Austria via Akquisitionskredit, als Sicherheit dienten die Porr-Anteile von Strauss und Ortner.