Erstellt am 10. September 2014, 07:02

von Werner Müllner

Streit um Beschäftigte. Die ansonst gut funktionierende Achse Niessl-Nemeth bröselt: Diskussionen über heimische Beschäftigungspolitik trüben das Klima.

Verkäuferin  |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)
Eine Aussage von Landeshauptmann Hans Niessel im ORF-Sommergespräch, die sinngemäß lautete, dass burgenländische Unternehmen ältere Arbeitnehmer bewusst aus Kostengründen durch jüngere Ausländer ersetzen würden, rief heftige Kritik in den Reihen der burgenländischen Wirtschaft hervor.

Richtiges Augenmaß von Wirtschaftskammer eingemahnt

„Das sei unrichtig und populistisch“ heißt es vonseiten der Wirtschaftskammer, die – Wahlkampf hin oder her – „das richtige Augenmaß bei derartigen Aussagen“ einmahnt. Die Politik müsse wieder leistungsgerechte Rahmenbedingungen herstellen.

Österreich gehöre im europäischen Vergleich zu den Ländern mit den höchsten Lohnnebenkosten, worunter die heimischen Unternehmer, die Beschäftigung und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zunehmend leiden. Darum sei es jetzt wichtig, dass mit der Umsetzung einer Lohnnebenkosten-Senkung begonnen werde und sich der Landeshauptmann nicht vor den populistischen Karren spannen lässt, heißt es aus der Wirtschaftskammer.

Hergovich: Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping

SPÖ-Landesgeschäftsführer Robert Hergovich kontert: „Wer dazu aufruft, heimische Produkte zu kaufen, muss auch heimische Arbeitnehmer beschäftigen! Die Zahl der älteren Burgenländer, die von ihren Arbeitgebern durch offensichtlich billigere Arbeitskräfte aus dem Ausland ersetzt wurden, steigt unbestreitbar – trotz Rekordbeschäftigung im Burgenland. Alles andere ist Realitätsverweigerung.“

Partei-Manager Robert Hergovich fordert als Gegenmaßnahme mehr Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping und die sofortige Einführung eines Bonus/Malus-Systems für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer.