Erstellt am 02. September 2013, 11:47

Strengere Regeln für Schulbuslenker gefordert. Im Osten Österreichs hat heute, Montag, das neue Schuljahr begonnen, im ganzen Land werden wöchentlich mehr als 1,8 Millionen Kilometer in Schülertransporten zurückgelegt.

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Zwei Drittel der Fahrten wird mit Pkw und Kleinbussen durchgeführt, diese Lenker müssen keine über den B-Führerschein hinausgehenden Kenntnisse haben, um bis zu acht Kinder zu befördern. Zudem gilt die 0,5 Promille-Grenze. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) forderte gesetzlich verankerte Schulungen sowie ein Alkoholverbot für Lenker von Kleinbussen, berichtete am Montag das Ö1-"Morgenjournal".

Um einen Schulbuslenkerausweis für Schülertransporte zu erlangen, ist neben dem Pkw-Schein (Besitz mindestens drei Jahre) eine fünfjährige Unbescholtenheit im Straßenverkehr - keine schweren Übertretungen egal ob im Privatauto oder im Schulbus - Voraussetzung. Bisher werden die schwierigen Transporte "mit Fahrschulwissen" durchgeführt, kritisierte Armin Kaltenegger vom KFV im Gespräch mit der APA.

Interventionstechniken vermitteln

Das KFV forderte eintägige Seminare, um Lenker von Schul- und Kindergartenbussen über die rechtlichen Bestimmungen und Sicherheitsvorkehrungen bei solchen Fahrten zu informieren. Dabei gehe es um die Vermittlung von "spezifischem Wissen, aufbauend auf dem Fahrschulwissen", so Kaltenegger. "Was mache ich, wenn im Bus Unruhe herrscht? Wie verhalte ich mich gegenüber den Eltern?", solche Fragen würden beantwortet werden, Interventionstechniken vermittelt. Zudem gehe es darum, Haftungsfragen zu klären. Immerhin sind die Lenker für bis zu acht Kinder verantwortlich. Wie bei Berufskraftfahrern müsse alle fünf Jahre ein Tag Fortbildung verpflichtend sein, forderte der Leiter der KFV-Rechtsabteilung.

Pilotprojekte, wie beispielsweise im vergangenen Jahr im Burgenland hätten gezeigt, dass es Bedarf gibt und die Ausbildung in der Praxis durchführbar ist, sagte Kaltenegger. In Eisenstadtwurden im Frühjahr 2012 in eintägigen Veranstaltungen den Kursteilnehmern Alltagssituationen und deren Gefahrenpotenzial näher gebracht. Darauf gab es "irrsinnig gutes Feedback", so Kaltenegger.

Zudem forderte das KFV, dass die 0,1 Promille-Grenze für Omnibuslenker im Schülertransport auch für Lenker von Kleinbussen gelten soll. "0,5 Promille sind im privaten Bereich zulässig, aber nicht beim Transport von bis zu acht Kindern", so Kaltenegger.