Erstellt am 08. Februar 2012, 14:01

Stromnetz mit bisher höchster Belastung. Wegen der klirrenden Kälte war das Stromnetz in Österreich Anfang dieser Woche so hohen Belastungen ausgesetzt wie nie zuvor.

Zu den Tageszeiten mit dem höchsten Verbrauch wurden Lastspitzen von 10.000 Megawatt (MW) erreicht, hieß es am Mittwoch seitens der Verbund-Übertragungsnetztochter Austrian Power Grid (APG) zur APA. Dies sei ein historisches Hoch.

Der Wert wurde noch nie im heimischen öffentlichen Netz registriert. Das Netz sei aber dennoch stabil, wurde betont: "Da ist sicher noch Spielraum nach oben." Normalerweise liege die Last bei rund 8.500 MW, im Herbst seien es 8.200 bis 8.700 MW gewesen. Anfang dieser Woche sei man um rund 15 Prozent darüber gelegen in den Spitzenverbrauchszeiten.

Durch die nachfragebedingt gestiegenen Strompreise wurde in Europa zuletzt offenbar so ziemlich jedes Kraftwerk ans Netz gehängt, hieß es dazu in Branchenkreisen. Sogar Länder wie Italien und das Atom-Ausstiegsland Deutschland hätten dieser Tage stark exportiert.

Die Gaslieferungen aus Russland scheinen sich derweil zu stabilisieren. "Die Einschränkungen sind rückläufig", sagte OMV-Sprecher Sven Pusswald am Mittwoch. Das normale Lieferniveau sei aber noch nicht erreicht. Der Konzern könne die Versorgung Österreichs sicherstellen, so Pusswald unter Hinweis auf die Inlandsproduktion, die fast ein Fünftel des österreichischen Gasbedarfs abdecke. Am vergangenen Donnerstag hatte die OMV Lieferausfälle von 30 Prozent gemeldet. Auch andere Staaten wie etwa Polen und Ungarn waren von den Lieferausfällen betroffen.

Die Probleme von sinkenden Gaslieferungen aus Russland nach Europa hätten sich gebessert, hieß es am Montag seitens der EU-Kommission. Am Mittwoch beklagte nun die Ukraine, dass sie um ein Zehntel weniger russisches Gas erhalte. Sie verhandelt bereits seit Monaten mit Moskau über eine Senkung des Gaspreis, bisher ohne Erfolg.