Erstellt am 09. Oktober 2012, 10:55

Stromnetze auch für mehr Elektroautos gerüstet. Die Auswirkungen, die eine höhere Anzahl an Elektroautos zukünftig auf das österreichische Stromnetz haben könnte, haben heimische Wissenschafter untersucht.

Laut einer Analyse acht typischer Niederspannungsnetze sind diese für die Mehrbelastung durch E-Autos großteils bereits jetzt gerüstet. Forscher der Technischen Universität (TU) Wien, die die Analyse in Kooperation mit dem Austrian Institute of Technologie (AIT) und der Stromnetzbetreiber "Salzburg Netz" betrieben haben, sehen auch Potenziale dafür, bei Bedarf durch Photovoltaik oder Windkraft erzeugte Energie in den Batterien der Fahrzeuge zu speichern, teilte die TU am Dienstag mit.

"Der Anteil der Elektroautos kann in den nächsten Jahren steigen, die Netze sind prinzipiell dafür gerüstet", so Rusbeh Rezania von der Energy Economics Group der TU. Es gebe allerdings Ausnahmen. Wird in einem Netz nämlich eine kleine Verbrauchergruppe mitversorgt, die sich fernab vom Rest der Nutzer befindet, könnten bereits einzelne Elektroautos zu Problemen mit unzulässig hohen Spannungsschwankungen führen. Solche Probleme ließen sich durch Ausbau solcher Netze lösen - das sei jedoch teuer.

Angebot und Nachfrage müssen sich im Stromnetz zu jedem Zeitpunkt decken. Aufgrund der Tatsache, dass Strom aus Solarzellen oder aus Windkraft nicht immer kontinuierlich bereitgestellt werden kann, ergeben sich zeitweise Engpässe oder Überschüsse. Elektroautos könnten hier eine wichtige Funktion als Energie-Speicher einnehmen, da der genaue Zeitpunkt des Ladevorganges für den Benutzer eines Elektrofahrzeugs meist nicht entscheidend sei.

Eine überwiegende Zahl der bestehenden Niederspannungsnetze wird laut der Studie für die erste Zeit mit der steigenden Anzahl von Elektroautos gut zurechtkommen. Erhöht sich der Anteil der E-Autos drastisch, würden allerdings intelligentere Steuerungsmöglichkeiten benötigt.