Erstellt am 05. November 2010, 13:30

Strompreiserhöhung um 2,5 Prozent geplant. BEWAG plant Anfang kommenden Jahres eine Anhebung des Strompreises: In das Budget sei eine Erhöhung des reinen Energiepreises von etwas über sechs Prozent eingeplant. Str

 |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)
"Das wirkt sich auf den gesamten Preis mit einer Erhöhung von rund zweieinhalb Prozent aus", erklärte Vorstandssprecher Hans Lukits heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt. Der Aufsichtsrat muss die Pläne noch absegnen. Zu den Spekulationen über ihre mögliche vorzeitige Ablöse wollten weder Lukits noch sein Vorstandskollege Josef Münzenrieder einen Kommentar abgeben.

   Die BEWAG habe "einen sehr konkurrenzfähigen" Strompreis, argumentierte Lukits. Der reine Energiepreis mache etwa 40 Prozent des Gesamtpreises aus, der sich außerdem aus dem Netztarif sowie Steuern und Abgaben zusammensetzt. Im Burgenland liege der Strompreis fast neun Prozent unter dem der EVN und fast elf Prozent unter jenem von Wienstrom, so Lukits. Es gebe von der Markt- und Konkurrenzsituation her einen entsprechenden Spielraum für eine "moderate Anpassung".

   Eine Erhöhung sei bereits 2009 geplant gewesen. Man habe sie jedoch nicht durchgeführt, nachdem während der Finanzkrise die Großhandelspreise "abgestürzt" seien. Außerdem habe man nicht in einen fallenden Großhandelspreis hinein die Preise der Endverbraucher erhöhen wollen. Nach dem Ende der Finanzkrise sehe man nun dafür ein Potenzial. Auch nach einer Erhöhung liege man noch zwischen zweieinhalb und vier Prozent unter den Preisen von EVN und Wienstrom, "deshalb sehen wir diesen Spielraum", meinte Lukits und fügte hinzu, vom Unternehmen würden Erträge erwartet: "Wir sollen ja auch ordentliche Dividenden zahlen."

   Die Preisanhebung als budgetäre Maßnahme war im Gesellschafterausschuss der EnergieAllianz, an der die BEWAG mit sieben Prozent beteiligt ist, bereits auf der Tagesordnung. Der BEWAG-Aufsichtsrat muss sich allerdings noch damit befassen.

   Zu den seit Tagen kursierenden Gerüchten um den möglichen vorzeitigen Abgang der BEWAG-Vorstände meinte Lukits, er sage "gar nichts dazu". Er verstehe, "die Neugierde ist eine journalistische Tugend, ist ja Berufskrankheit - muss ja so sein." Am Montag gebe es die Aufsichtsratssitzung, "und dann werden wir mehr wissen." "Vor allem: Wir kennen ja die Gerüchte nicht", ergänzte sein Vorstandskollege Münzenrieder.

   Was die Frage der Dividenden des vergangenen Geschäftsjahres betreffe, sei mit den Eigentümern und Wirtschaftsprüfern zu diskutieren, ob es richtig sei, in Zeiten mit enormen Kostenbelastungen durch das (2001 abgeschlossene, Anm.) US Lease-Geschäft und riesigen Investitionen der kommenden Jahre die Finanzierungsbasis des Unternehmens zu reduzieren, so Lukits. 2009 sei man "am Rande der Liquidität" gestanden. Man habe die Situation durch die Verpfändung sämtlicher Assets und die Aufnahme von 190 Mio. US-Dollar (133,4 Mio. Euro) Kredit gemeistert. Um die Assets wieder frei zu bekommen, sei ein Konzept mit einer Unternehmensanleihe erstellt worden, die sich gut entwickelt habe.

   Die Kostenbelastung aus dem US-Lease-Geschäft bezifferte der BEWAG-Vorstandssprecher mit rund 35,8 Mio. Euro. Das Investitionsvolumen beim Windkraftausbau - wenn alle Projekte genehmigt werden - betrage gegen 380 Mio. Euro. Mit diesen Investitionen sei sichergestellt, dass man den gesamten Strombedarf des Burgenlandes aus Windkraft abdecken könne.

   Bis 2004 habe die BEWAG 5,4 Mio. Euro Dividenden bezahlt, ab 2005 habe man sie angesichts der Erträge auf insgesamt 10,8 Mio. verdoppelt, so Lukits. Bei den Dividenden plane man stets drei Jahre voraus. Sowohl die Planungen für das laufende Budgetjahr vom 1. Oktober bis 30. September als auch jene für die Folgejahre sähen Ergebnisse vor, "aus denen es überhaupt kein Problem ist, diese Dividende zu bezahlen."