Erstellt am 15. Mai 2011, 07:30

Studentenwohnheime werden teurer. "Entweder man sperrt das Heim zu, oder man macht es für die Studenten teurer." Nur diese zwei Optionen, meint Bernhard Tschrepitsch von der Akademikerhilfe, wird es in Zukunft bei renovierungsbedürftigen Studentenwohnheimen geben.

"Entweder man sperrt das Heim zu, oder man macht es für die Studenten teurer." Nur diese zwei Optionen, meint Bernhard Tschrepitsch von der Akademikerhilfe, wird es in Zukunft bei renovierungsbedürftigen Studentenwohnheimen geben. Grund ist die Streichung der Förderung für Neubauten und Generalsanierungen von Studentenwohnheimen durch das Wissenschaftsministerium im Vorjahr.

Die Streichung trifft laut den österreichischen Heimträgern vor allem die Studenten selbst. Die Hoffnung, der neue Wissenschaftsminister Töchterle würde das Auslaufen der Studierendenheimförderung aufheben, bleibt unerfüllt: In einer Stellungnahme gegenüber der APA hält Töchterle daran fest und denkt stattdessen "neue Wege" an, wonach nicht die Heime, sondern sozial bedürftige Studenten direkt unterstützt werden sollen.

Für die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) ist das lediglich eine "gängige Beschwichtigungsvariante". Durch das Wegfallen der Zuschüsse, die bisher laut Wissenschaftsministerium bei Neubauten bis zu ein Drittel (maximal 15.000 Euro pro Heimplatz) und bei Sanierungen bis zu zwei Drittel (maximal 11.000 Euro pro Heimplatz) der Gesamtkosten ausmachten, sind Heimträger gezwungen, das Geld für notwendige Renovierung oder Errichtung mit Krediten zu finanzieren.

Durch die Investitionskostenzuschüsse des Bundes (den Rest tragen die Länder, die Heimträger und in einzelnen Fällen auch Städte) konnten sie bisher günstiger bauen, was sich in niedrigen Benützungsentgelten (also Mieten) für die Studenten niedergeschlagen hat. Sanierungsrücklagen durften die gemeinnützigen Vereine nicht bilden - diese fehlen nun für anstehende Investitionen.

Das ÖH-Sozialreferat rechnet als Folge für die Studenten mit 60 bis 90 Euro Mehrkosten pro Monat. Derzeit koste ein Heimplatz österreichweit durchschnittlich 245 Euro, für Wohnungen geben Studenten durchschnittlich 325 Euro monatlich aus.