Erstellt am 03. März 2015, 15:34

von APA/Red

Studie empfiehlt Bahnlinie Szombathely-Oberwart-Friedberg. Eine IHS-Studie empfehle die Umsetzung einer Eisenbahnverbindung vom ungarischen Szombathely über Oberwart nach Friedberg in der Steiermark, erklärte Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) am Dienstag in Eisenstadt.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
Das Projekt habe "eine überdurchschnittliche Rentabilität" und volkswirtschaftlichen Nutzen. Kritik kam von den Grünen: Niessl kündige den Bahnausbau "wieder einmal an".

Das Vorhaben "Grenzbahn" sei bereits als eines der wenigen Eisenbahnprojekte in den Investitionsplan zur Konjunkturankurbelung von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker aufgenommen worden. "Das Land Burgenland steht hinter diesem Projekt", man werde sich sowohl in der Steiermark als auch in Ungarn dafür einsetzen, dass es umgesetzt wird, sagte Niessl.

90 bis 95 Mio. Gesamtkosten

Es gebe bereits erste Kostenschätzungen: "Das Gesamtprojekt wird mit circa 90 bis 95 Mio. Euro gerechnet. Dabei gibt es eine hundertprozentige Vorfinanzierung durch die Europäische Investitionsbank", erläuterte der Landeshauptmann. Die EU-Förderquote betrage 40 Prozent. Die Baukosten im Burgenland würden etwa 63 Mio. Euro betragen. Weitere Details zu dem Vorhaben will man in Oberwart präsentieren.

Das Burgenland habe für den Ausbau der Eisenbahnstrecke "Rücklagen in Millionenhöhe" gebildet. "Aber die Voraussetzung ist, dass natürlich Ungarn und die Steiermark da auch mitmachen. Wir im Burgenland sind dabei und können aufgrund der Studie alles unternehmen, damit dieses Projekt realisiert wird", erklärte Niessl.

Grüne vermissen "fixe Zusage"

"Was wir Grüne schon seit Jahren erklären und vorrechnen, sieht der Landeshauptmann jetzt durch eine Studie schwarz auf weiß bestätigt. Allein fehlt in seinen heutigen Aussagen wieder einmal eine fixe Zusage", kommentierte Grünen-Landtagsabgeordneter Wolfgang Spitzmüller in einer Aussendung die Aussagen Niessls.

Spitzmüller verwies auf die "grundsätzlich ungeklärte Situation" des Gütertransportes zwischen Friedberg-Oberwart-Rechnitz: "Ein Ausbau nach Szombathely macht nur Sinn, wenn auch die bestehende Strecke weiter genutzt wird."

Niessl und Landesrat Helmut Bieler (SPÖ) präsentierten am Dienstag Ausbaupläne im Bereich der Infrastruktur: Im Burgenland sollen heuer insgesamt rund 193 Mio. Euro investiert werden. Davon entfallen rund 65 Mio. Euro auf Hochbauten wie beispielsweise Bundesschulen. 29,3 Mio. sind für den Bau von Landesstraßen vorgesehen. Die Asfinag investiert 32,4 Mio. ins höherrangige Straßennetz. Weitere 60 Mio. sollen in den Bahnausbau und sechs Mio. Euro in die Verbesserung des Breitbandnetzes fließen.