Erstellt am 10. Oktober 2011, 11:22

Studie: Hohe Gewinne durch Grundstücksumwidmungen. Österreichische Grundstückseigentümer lukrieren durch die Umwidmung von land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen in Bauland jährlich 2,7 Mrd. Euro Gewinn.

Pro Quadratmeter steigt der Wert der Grundstücke um 48 Euro, ergab eine Erhebung von Kreutzer Fischer & Partner für die Jahre 2007 bis 2011. Im Jahr 2000 hatten Umwidmungen "nur" zu einem Wertzuwachs von 33 Euro je m2 geführt.

Vor allem die SPÖ will im Zuge der geplanten Steuerreform auch über die Grundsteuer diskutieren. Bundeskanzler Werner Faymann hatte zuletzt gemeint, dass insbesondere die Wertsteigerung von Grundstücken über eine Mio. Euro eine Rolle in der Diskussion einer vermögensbezogenen Steuer spielen müsse, "um auch tatsächlich relevante Einnahmen zustande zu bringen".

Allerdings ist die umgewidmete Fläche zurückgegangen, so die am Montag veröffentlichte Studie. Zwischen 2007 und 2011 wurden jährlich 5.600 ha oder in Summe über fünf Jahre 280 Quadratkilometer umgewidmet - das waren um 30 Prozent weniger als in der Vergleichsperiode 1999 bis 2004. Die Fläche entspricht dem Vierfachen des Salzburger Gemeindegebiets oder 40.000 Fußballfeldern. Die geringe Neubautätigkeit habe so ihre Spuren hinterlassen, so die Studie, zudem würden nun vermehrt Baulandreserven genutzt.

Eine Gewinnbesteuerung könnte zur Dämpfung des Preisauftriebs im Wohnungsneubau verwendet werden, so Studienautor Andreas Kreutzer. Derzeit werde zumeist steuerfrei verkauft, da der Boden gewöhnlich mehr als 10 Jahre im Besitz der Verkäufer sei. Somit falle keine Spekulationssteuer an. Davon profitiere nur eine Minorität, nämlich Besitzer von Agrarland. Andererseits werde es "ohne Zweifel immer schwieriger, leistbaren Wohnraum zu realisieren. In den 1970er Jahren lagen die Grundstückskosten bei durchschnittlich 12 Prozent der Gesamterrichtungskosten. Heute müssen dafür 30 Prozent und mehr angesetzt werden. Eine Änderung in der Widmungspolitik käme einer Stützung der Baukosten von bis zu 25 Prozent gleich."