Erstellt am 21. November 2011, 13:11

Studie: Neue ÖBB-Angebote führen zu Verlagerung von Gütern auf Straße. Die neuen Rahmenbedingungen der ÖBB-Tochter Rail Cargo Austria (RCA) beim Transport von Gütern, mit Einschränkung des Angebots und Preissteigerungen, führen zu starken Verlagerungen von Gütertransporten auf die Straße.

 |  NOEN
22 befragte Unternehmen haben seither zusammen 500.000 t Güter von der Schiene auf die Straße umgeschichtet, sagte Wifo-Experte Stefan Schönfelder, der im Auftrag der Transportwirtschaft an einer entsprechenden Studie arbeitet, am Montag in Wien vor Journalisten.

Die 22 Firmen, die an der Umfrage teilnahmen, haben demnach 11 Prozent ihres Schienentransports (500.000 t) von der Schiene auf die Straße verlagert. Würde man dies auf den gesamten österreichischen Schienentransport umlegen, entspräche das 9,25 Mio. t, die im Vergleich zu 2010 von der Schiene wegverlegt wurden. Das würde 190.000 t zusätzlichen CO2-Ausstoß erzeugen, sagte Schönfelder. Außerdem würden die Straßen stärker belastet. "Die Anpassung des Produktangebotes und die Preiserhöhungen der RCA zwingen einige Unternehmen, ihre Waren per Lkw zu transportieren" heißt es in der Studie, die von Wifo und Joanneum Research erstellt wird und deren vollständige Ergebnisse in Kürze vorliegen sollen.

Die Bahn habe vor allem beim Langstreckentransport von schweren Gütern Vorteile, erinnerte Roman Stiftner, Präsident der Bundesvereinigung Logistik Österreich (BVL). Um die Waren direkt auf die Schiene zu bringen, sei der weitere Ausbau der Anschlussbahnen wichtig, forderte er in der gemeinsamen Pressekonferenz. Es drohe eine Halbierung der Förderung für Anschlussbahnen von 15 auf 7,5 Mio. Euro im Jahr 2013. Aber schon jetzt gingen zwei Drittel des innerösterreichischen Güterverkehrs über Anschlussbahnen. Wenn man diese Förderung reduziere, werde dies zu höheren Kosten an anderer Stelle führen.