Erstellt am 14. Juli 2011, 13:10

Suche nach Gipfel-Termin zur Euro-Krise. Die unter Dauerdruck der US-Rating-Agenturen stehenden Schuldenstaaten der Eurozone und die Unklarheit über das weitere Vorgehen, um aus der Krise herauszukommen, haben in der EU diese Woche zu wachsender Unsicherheit geführt. Auch bei der Suche nach einem rasch einzuberufenden Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone herrscht derzeit Stillstand.

In Brüsseler EU-Ratskreisen hieß es, nach der ursprünglichen Ankündigung eines Euro-Treffens bereits am morgigen Freitag könnte diese Sitzung auch erst nächstes Wochenende stattfinden. Derzeit gebe es vielfach das Bemühen, die entstandene Hektik und Geschwindigkeit in der Sache herauszunehmen. Nach den Worten von Deutschlands Bundeskanzlerin Merkel wird es ein Sondertreffen erst geben, wenn die Euro-Staaten sich auf ein zweites Hilfspaket für Griechenland geeinigt haben.

Die EU-Kommission hat am Donnerstag in Brüssel neuerlich das Vorgehen der Rating-Agenturen verurteilt. "Wir bedauern und verstehen nicht die Entscheidung von Fitch", die Kreditwürdigkeit von Griechenland weiter herabzustufen. "EU und IWF haben sich gerade auf die Freigabe der fünften Kredittranche zur Hilfe an Griechenland geeinigt. Das ist ein klares Zeichen, dass die Bedingungen für die Auszahlung erfüllt wurden.

Konkret befragt, was die Kommission davon halte, dass amerikanische Rating-Agenturen Portugal auf Junk-Status herabstuften und Griechenland neuerlich schlechter bewerteten, während die USA trotz hoher Schulden weiterhin ein Triple A haben könne, hielt sich die Sprecherin zurück. Die Kommission werde derzeit keinen Vergleich anstellen.

Vor einem Sondergipfel der Eurozone wollen die Staats- und Regierungschefs Ergebnisse der Euro-Arbeitsgruppe sehen, wie die Privatbeteiligung beim zweiten Griechenland-Rettungspaket aussehen kann. Im Sog der europäischen Schuldenkrise muss Italien unterdessen Investoren mittlerweile Rekordzinsen für langfristige Anleihen zahlen.