Erstellt am 21. Mai 2015, 15:25

von APA/Red

Spatenstich für S7. Am Donnerstag erfolgte in Großwilfersdorf in der Oststeiermark der Spatenstich gleich zweier Landeshauptleute für die S7 - Burgenlands Hans Niessl und Steiermarks Franz Voves (beide SPÖ).

Die Plattform Bürgerechte aktiv, seit Jahren gegen den Bau, sprach von "widerlicher S7-Spatenstich-Politpropaganda vor den Wahlen".
Die S7 Fürstenfelder Schnellstraße soll den Verkehr im Lafnitz-und Feistritztal entlasten und eine leistungsfähige Verbindung zwischen der Oststeiermark und dem Südburgenland bis hin zur ungarischen Grenze bei Heiligenkreuz schaffen. Die Errichtung startet mit der Generalsanierung und Erweiterung einer bestehenden Brücke an der Südautobahn (A2). Dies dient dem Bau der künftigen Auf- und Abfahrten zum Knoten Riegersdorf. Diese Arbeiten werden im November abgeschlossen sein.

Die Kosten für diese erste Baumaßnahme betragen 1,8 Millionen Euro. Mit dem Abschluss der Umweltverträglichkeitsprüfung Mitte Februar habe es "grünes Licht" für die Bautätigkeit gegeben, hieß es seitens der Asfinag. Laut Vorstand Alois Schedl würde auch in Umweltschutz-Ausgleichsmaßnahmen investiert, fast 100 Millionen Euro. Der westliche Abschnitt der S7 in der Steiermark soll bis spätestens 2021 fertig sein und 471 Millionen Euro kosten.

"Gemeindem vom Durchzugsverkehr entlasten"

Burgenlands LH Niessl sagte beim Spatenstich, dass der S7-Bau ein wichtiger Teil des "Südburgenland-Pakets" sei. Im Zuge einer Burgenland-Infrastrukturoffensive würden bis zum Jahr 2020 Investitionen von rund 1,4 Milliarden Euro getätigt. Sein steirischer Amtskollege Voves sagte, der Bau verschaffe der gesamten Region einen starken wirtschaftlichen Impuls und werde u.a. für Betriebsansiedelungen sorgen. "Und die Gemeinden in der Oststeiermark und im Burgenland werden vom Durchzugsverkehr entlastet, was auch ein enormer Schritt für mehr Verkehrssicherheit in diesem Raum, besonders für Großwilfersdorf und Fürstenfeld ist", so Voves.

Die neue Schnellstraße führt laut Asfinag zu einer Entlastung der Gemeindegebiete vom Durchzugsverkehr: Durchschnittlich fahren derzeit täglich etwa bis zu 20.000 Fahrzeuge durch Großwilfersdorf und Fürstenfeld. Laut Prognose wird der Verkehr bis 2025 auf bis zu 29.000 Fahrzeuge pro Tag ansteigen. Durch die S7 reduziere sich der Verkehr in Großwilfersdorf auf etwa 6.000 Kfz.

Für die Protestplattform "Bürger aktiv" sind die formellen und materiellen Voraussetzungen für Genehmigung und Bau der S7 nach wie vor nicht gegeben. Der Aktionismus von Voves und Niessl entbehre jeder gesetzlichen Grundlage: "Spatenstiche sind der österreichischen Rechtsordnung unbekannt". Diese seien nicht der Vollziehung von Gesetzen zuzuordnen, sondern vor den Landtagswahlen als "widerlicher parteipolitischer Aktionismus zu sehen", hieß es in einer Aussendung.