Erstellt am 23. September 2011, 15:51

Talfahrt an den Börsen geht weiter. Der Absturz an den Aktienbörsen geht weiter: Anleger glauben weiter nicht, dass die Politik die Euro-Schuldenkrise schnell beenden kann. Börsianer fürchten außerdem weiter eine Rezession.

Das schickte die internationalen Börsen am Freitag erneut auf Talfahrt. Der Dax rutschte zeitweise unter die Marke von 5.000 Punkten. Der ATX fiel im Verlauf um knapp fünf Prozent unter 1.800 Punkte.

Für Verunsicherung sorgte unter anderem eine Prognose der Deutschen Bank: Group Controllerin Charlotte Jones sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Finanzbranche drohten höhere Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen. Enttäuscht reagierten Investoren auch auf die Aussagen vom Treffen der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20), obwohl diese den Banken Unterstützung in der Schuldenkrise zusicherten.

"Das sind die üblichen Plattitüden", sagte Analyst Andrew Lim von der Bank Espirito Santo mit Blick auf die G-20. "Sie haben nicht das notwendige politische Kapital, das Notwendige zu tun, nämlich die südeuropäischen Staaten zu retten und alle Banken zu rekapitalisieren." Ein Ende der Zitterbörse ist auch nach Einschätzung deutscher Aktienhändler nicht in Sicht. "Solange keine Entscheidungen getroffen werden, die wirklich bei der Lösung aller Probleme helfen können, wird die Sau durchs Dorf getrieben", sagte einer von ihnen.

Der Dax, der bereits am Donnerstag fünf Prozent verloren hatte, lag am frühen Nachmittag 2,8 Prozent im Minus bei 5.018 Punkten. Der EuroStoxx50 markierte zeitweise ein neues Zweieinhalb-Jahres-Tief. Der MSCI-Weltaktienindex gab ein Prozent auf 274,72 Zähler nach und lag damit auf dem niedrigsten Stand seit Anfang Juli 2010.

Finanzwerte verbuchten zweistellige prozentuale Kursverluste. Der europäische Bankenindex gab in der Spitze knapp zwei Prozent nach. Zu den größten Verlierern zählen die österreichischen Institute Erste Bank und Raiffeisen Bank mit einem Minus von jeweils knapp zehn Prozent. Deutlich härter traf es die griechischen Banken. Der dortige Branchenindex fiel zeitweise auf ein 19-Jahres-Tief.