Erstellt am 14. Januar 2011, 13:20

Technologiezentren im Schnitt zu 94,1 Prozent ausgelastet. Knapp 108 Mio. Euro wurden im Burgenland seit den späten 1990er-Jahren in die Errichtung und den Ausbau der Technologiezentren investiert. Am Anfang stand die Idee, in den Bezirken Impulszentren für die regionale Wirtschaft und zur Ansiedlung von heimischen und internationalen Betrieben zu schaffen.

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Mittlerweile sind an sechs Standorten von Neusiedl am See bis Jennersdorf rund 48.500 Quadratmeter Fläche an 213 Mieter vergeben. Die Umsetzung der Pläne des Landes im Technologiebereich lag in den Händen der Wirtschaftsservice Burgenland AG (WiBAG), die am Freitag ein positives Resümee zog.

Jedes der Zentren widmet sich einem anderen Schwerpunkt: Während in Eisenstadt die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) im Mittelpunkt steht, setzt das TZ Mittelburgenland in Neutal auf Informatik und E-Business. In Pinkafeld ist Gebäudetechnik, in Güssing erneuerbare Energie zentrales Thema. In Jennersdorf im Landessüden dominiert die Optoelektronik, während in Neusiedl am See die Lebensmitteltechnologie und ein Flugsimulatorzentrum die Schwerpunkte bilden.

Die burgenländischen Technologiezentren seien "im wahrsten Sinn des Wortes eine Erfolgsgeschichte", so WiBAG-Vorstand Peter Schmitl. In den 1990er-Jahren habe man extrem, "teilweise auch auf Verdacht", ausgebaut, um dem im Programmplanungsdokument verankerten Regionalprinzip Folge zu leisten. Mittlerweile sei die für den wirtschaftlichen Erfolg "kritische Größe" von 4.000 Quadratmetern bei jedem Standort erreicht. Die burgenländischen Technologiezentren seien wahrscheinlich als die einzigen in den Bundesländern "keine Zuschussbetriebe", meinte Schmitl.

In Eisenstadt, wo 1997 mit der Errichtung begonnen wurde, befindet sich mit rund 25.000 Quadratmetern etwa die Hälfte der gesamten vermietbaren Fläche der Technologiezentren. Mit 95 Prozent sei der Komplex voll ausgelastet und quasi bis auf "Besenkammerl" vermietet, so Schmitl. Im Schnitt liege die Auslastung für alle Technologiezentren bei 94,1 Prozent. Der "Spagat" zwischen einer höchstmöglichen Auslastung bei vernünftigen Mieten sei geglückt, resümierte der WiBAG-Vorstand. Die Errichtungsphase sei abgeschlossen: "Es wird nur mehr bedarfsweise erweitert." Für den Betrieb der Technologiezentren ist das Facility Management Burgenland (FMB) verantwortlich. Das Unternehmen wurde 2002 ins Leben gerufen und hat zur Zeit 15 Mitarbeiter.

Zu den größten Mietern zählt der Softwareentwickler ETM, der im Technologiezentrum Eisenstadt (TZE) über rund 1.700 Quadratmeter Fläche verfügt. ETM hat derzeit am Standort in Eisenstadt 88 Mitarbeiter und entwickelt Computerprogramme zur Steuerung von Industrieanlagen, erläuterte Geschäftsführer Bernhard Reichl. Die Software komme im europäischen Kernforschungszentrum CERN genauso zum Einsatz wie bei Pipelines in Indien und auf chinesischen Gasfeldern.

Derzeit sei man mit der Projektierung des größten Gebäudeleitprojekts in Deutschland beschäftigt, erläuterte Reichl. Dabei gehe es darum, rund 6.000 Gebäude softwaretechnisch - von der Klimaanlage bis zum Aufzug - zu überwachen. ETM, das seit 2007 eine Siemens-Tochter ist, entwickelt auch Software für Stromtankstellen und Elektroautos. Im Vorjahr verzeichnete das Unternehmen laut Reichl einen Umsatzzuwachs von 26 Prozent. Der Standortwechsel ins TZE erfolgte, nachdem der Mitarbeiterstand binnen drei Jahren von 53 auf 88 gewachsen war.