Erstellt am 16. Dezember 2011, 17:52

Telekom halbiert Dividenden für 2011 und 2012. Lange wurde es gemunkelt, nun ist es fix: Die teilstaatliche Telekom Austria Group kann ihre hohe Dividendenpolitik nicht halten und halbiert die Ausschüttungen für die Jahre 2011 und 2012 von 0,76 auf 0,38 Cent je Aktie.

Der Ausblick für das heurige Jahr wurde allerdings beibehalten.

"Ab 2013 bleibt die Ausschüttungsquote bei 55 Prozent des Free Cashflows erhalten, solange die Dividende zu keiner Reduktion des Eigenkapitals der Gruppe führt", teilte die Telekom Freitagabend nach ihrer Aufsichtsratssitzung ad hoc mit.

Begründet wurde der Rückzieher mit dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld und den Problemen der Töchterunternehmen in volatilen Fremdwährungsmärkten. "Außerdem können erwartete Investitionen, wie bevorstehende Spektrum Auktionen, sich signifikant auf den Cashflow auswirken sowie zu einem Anstieg des Verhältnisses Nettoverschuldung/bereinigtes EBITDA der Telekom Austria Group über den Zielkorridor von 2,0x - 2,5x hinaus führen", verlautet das Unternehmen, an dem der Staat noch gut 28 Prozent hält.

Bereits im Vorfeld der heutigen Aufsichtsratssitzung war die Telekom vom neuen Großaktionär Ronny Pecik und von Belegschaftsvertretern sowie Analysten wegen der hohen Dividendenausschüttung gerügt worden. Ein Zusammenhang mit dieser heutigen Entscheidung wird aber von der Staatsholding ÖIAG, die die Interessen der Republik bei der Telekom vertritt, bestritten. Die Reduktion der Dividende ist nur auf Basis der Budgetzahlen erfolgt, so ÖIAG-Sprecher Bernhard Nagiller zur APA.

Der finanzielle Ausblick der Telekom Austria Group für das Gesamtjahr 2011 wurde bestätigt. Erwartet werden Umsatzerlöse in der Höhe von bis zu 4,50 Mrd. Euro, ein bereinigtes EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von bis zu 1,55 Mrd. Euro, Anlagenzugänge in der Höhe von 750 - 800 Mio. Euro und ein operativer Free Cashflow von bis zu 800 Mio. Euro.