Erstellt am 23. Dezember 2011, 14:12

Teuerung seit Euro-Einführung deutlich gesunken. Obwohl sich die Inflationsrate heuer erhöht hat - im November betrug die Teuerung im Jahresabstand 3,6 Prozent - deckt sich der Eindruck vieler Menschen, dass seit der Einführung des Euro alles teurer geworden sei, nicht mit der Realität.

Tatsächlich war die Teuerung noch nie so gering wie seit der Euro-Einführung, betont die Oesterreichische Nationalbank (OeNB).

Laut Zahlen der Statistik Austria betrug der durchschnittliche Preisanstieg seit 1999 jährlich 1,8 Prozent, während die jährliche Teuerung im Jahrzehnt davor 2,2 Prozent betragen hatte. Das Schilling-Preisniveau wäre also heute höher als die aktuellen Euro-Preise. Dass die "gefühlte" Inflation höher ist als die tatsächliche, ist aber keine bloße Einbildung, räumen die Experten ein. Entscheidend für unser Preisgefühl sind Waren und Leistungen, die wir fast täglich einkaufen, wie etwa Lebensmittel oder Benzin. Und genau diese Produkte sind seit der Euro-Einführung überdurchschnittlich teurer geworden. Dass andererseits vor allem technische Produkte und Elektronik viel billiger geworden sind, wird weniger wahrgenommen, weil sie langlebiger sind und seltener gekauft werden.

Rechnet man sich zur besseren Vergleichbarkeit aus, wie lange man vor zehn Jahren für bestimmte Produkte arbeiten musste und wie lange man es heute muss, bestätigt sich diese Erklärung. Denn nicht nur die nominellen Preise sind Jahr für Jahr gestiegen, sondern auch die Nettoeinkommen der Österreicher - und zwar seit der Euro-Bargeldeinführung um etwa 17 Prozent. Deutlich teurer geworden sind demnach Leistungen von Handwerkern.

Deutlich billiger geworden sind Produkte, die importiert werden, vor allem technische Güter und Elektronik. Hifi-Anlagen oder Waschmaschinen sind heute um mehr als ein Viertel billiger als damals, eine Digitalkamera bekommt man inzwischen um ein Fünftel der Arbeitszeit vor zehn Jahren.