Erstellt am 30. Juli 2011, 14:02

Teures Geldabheben am Urlaubsort. Hohe Kosten beim Geldabheben im Ferienland, unübersichtliche Gebühren bei grenzüberschreitenden Überweisungen oder Lastschriften: Der Zahlungsverkehr im europäischen Binnenmarkt birgt noch immer eine Reihe von Fallen, auch wenn eine Ende 2009 in Kraft getretene Richtlinie einiges verbessert hat.

Hohe Kosten beim Geldabheben im Ferienland, unübersichtliche Gebühren bei grenzüberschreitenden Überweisungen oder Lastschriften: Der Zahlungsverkehr im europäischen Binnenmarkt birgt noch immer eine Reihe von Fallen, auch wenn eine Ende 2009 in Kraft getretene Richtlinie einiges verbessert hat.

Die EU-Kommission plant daher neue Schritte zur Stärkung des Verbraucherschutzes. Dazu sollen die 27 nationalen Systeme spätestens in zwei Jahren auf das einheitliche europäische Zahlungssystem SEPA (Single Europayments Area) umgestellt sein. Grenzüberschreitende Überweisungen sollen so einfacher und kostengünstiger werden. Dieser Vorschlag wurde bereits vom Wirtschaftsausschuss des Europaparlaments gebilligt, im September wird das Plenum darüber abstimmen.

"Es ist höchste Zeit", betont der Banken-Referent beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin, Frank-Christian Pauli. Noch immer gebe es einen "Wildwuchs an Gebühren". Selbst innerhalb der Euro-Zone würden für das Geldabheben mit Kreditkarte im Ausland Gebühren von bis zu 7,50 Euro erhoben. Noch deftiger falle die Rechnung in Ländern aus, die nicht zur Euro-Zone gehören.

Auch grenzüberschreitende Überweisungen in ein Land außerhalb der Euro-Zone - sei es für den Sprachkurs in England oder das Ferienhaus in Polen - könnten teuer werden. Oft kassiere sowohl das Geldinstitut des Absenders, als auch das des Empfängers.

Problematisch sei auch, dass die EU-Regelung nur für Überweisungen bis 50.000 Euro gelte, erläutert der Jurist. Bis zu diesem Betrag dürften die Geldinstitute nicht mehr Gebühren kassieren, als für Inlandsüberweisungen. Doch für Beträge darüber gebe es keine einheitliche Regelung. Verbraucher sollten daher genau die Gebührenliste ihres Geldinstituts prüfen.