Erstellt am 30. September 2015, 16:24

von NÖN Redaktion und APA Red

Therme Lutzmannsburg wird nicht spanisch. Gerüchte lauteten, dass die Therme vor dem Verkauf an eine spanische Gruppe stand. Das Geschäft wird es nicht geben, das Angebot passt nicht.

Therme Lutzmannsburg  |  NOEN, ZVG/Sonnentherme Lutzmannsburg

Man wolle mit dem Regierungspartner SPÖ darüber reden, den gesamten Privatisierungsvorgang, der "definitiv kein Glanzstück" sei, vom BLRH prüfen zu lassen. Das sei "eine ernsthafte Option", so Landesrat Alexander Petschnig am Mittwoch.

BVZ.at hatte über den geplatzten Deal am Dienstag berichtet – siehe weiter unten.

Nach Ansicht der FPÖ wäre eine Prüfung "ein guter Weg, hier Licht in das Dunkel zu bekommen", meinte Petschnig. Der Wirtschaftsreferent betonte bei einer Pressekonferenz anlässlich einer Klausur des FPÖ-Regierungsteams in Eisenstadt einmal mehr, der Verkauf der Therme bleibe weiterhin eine Option - "es kommt halt auf das Angebot an".

Bei der Klausur habe man sich auch mit dem in Ausarbeitung befindlichen Gemeindesicherheitskonzept für das Burgenland befasst, das 2016 umgesetzt werden soll, berichtete FPÖ-Obmann Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz. Das Konzept, das zunächst in drei Gemeinden als Pilotprojekt gestartet werden soll, wolle man in den nächsten Wochen präsentieren.

Klausurthema war auch die Situation im Tourismusbereich: Man werde sich etwas überlegen müssen, um die angepeilte Marke von drei Millionen Übernachtungen zu überspringen, erklärte Petschnig. Für die Landesbeteiligungen mit einer Gesamtbilanzsumme von rund 2,1 Mrd. Euro soll es ein "Fit-Paket" geben. An einer möglichst effizienten Verwaltung der Beteiligungen werde gearbeitet.


Therme Lutzmannsburg wird nicht spanisch

Gerüchte lauteten, dass die Therme vor dem Verkauf an eine spanische Gruppe stand. Das Geschäft wird es nicht geben, das Angebot passt nicht.

Laut einem Kurier-Artikel hätten am Mittwoch die Therme Lutzmannsburg und das Viersternehotel Sonnenpark an die spanische Aspro-Gruppe verkauft werden sollen. In dem Artikel wurde ein Verkaufspreis von 29,8 Millionen Euro erwähnt, wobei für die Therme 4,8 Millionen real fließen würden, der Rest wären die Übernahmen offener Kredite gewesen.

Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig (FPÖ) dazu: „Die Spanier haben uns jetzt ihr Angebot präsentiert und wir waren über das Konzept ehrlich gesagt enttäuscht. Daher kommt dieses Angebot für uns nicht in Frage.“

Ein Businessplan und weitere Vision fehlen

Der Landesrat erklärt weiter: „Das Angebot wäre im Vergleich zum niedrigen Kaufpreis von 4,8 Millionen Euro in keiner Relation. Die Schulden wären zwar übernommen worden, aber nur durch eine zwischengeschaltete Gesellschaft. Also hätte nicht die ganze Gruppe dafür gehaftet. Auch fehlte es aus unserer Sicht an einem längerfristigen Businessplan, an einer Vision.“

Im Gespräch mit der BVZ erklärt Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), warum der Verkauf nichts wird: „Wir haben die Infos seit drei Tagen auf dem Tisch. Am Montag hat es Gespräche mit der Aspro-Gruppe gegeben. Am Dienstag wurde in der Regierung darüber diskutiert.“

Niessl von ÖVP enttäuscht

Enttäuscht zeigt sich der Landeshauptmann vor allem von der ÖVP, die gemeinsam dem Privatisierungsauftrag vor rund zehn Jahren zugestimmt hat: „Mit dem Veröffentlichen von Zwischenergebnissen untergräbt die ÖVP den Verkaufsprozess der Therme Lutzmannsburg. Das ist höchst unprofessionell“, ärgert sich Niessl.

Rund um die Verkaufsgerüchte machte die Opposition ihrem Unmut Luft. ÖVP-Landesgeschäftsführer Christoph Wolf: „Grundsätzlich steht die ÖVP bekanntlich für Privatisierungen. Was sich aber hier abzeichnete, ist ein regelrechtes Verscherbeln von Landeseigentum, ohne auch nur ansatzweise ein Konzept für die Region Lutzmannsburg zu bieten.“

"Schlüsselbetrieb aus der Hand gegeben"

Manfred Kölly vom Bündnis Liste Burgenland: „Es kann ja wohl nicht sein, dass 100 Millionen Euro in die Sonnentherme investiert werden und dann die Therme für ein ,Butterbrot‘ verkauft wird.“

Die Grünen fürchten um die ganze Region: „Mit dem Verkauf gibt das Burgenland einen Schlüsselbetrieb der Region Mittelburgenland aus der Hand“, sorgt sich Anja Haider-Wallner. Durch die Berichterstattung über den Verkauf der Therme gebe es nun auch andere Kaufinteressenten: Zum Preis von 4,8 Millionen Euro könne es diese aber nur geben, „wenn das Gesamtpaket stimmt“, erklärt Landesrat Alexander Petschnig abschließend.

BVZ.at berichtete: