Erstellt am 05. Februar 2013, 09:10

Thermen-Markt stößt an Wachstumsgrenze. Österreichs Thermen mussten 2012 erstmals seit zehn Jahren einen Gästerückgang hinnehmen. 8,461 Millionen Gästeeintritte wurden im Vorjahr gezählt, um 1,8 Prozent weniger als im Jahr davor.

Mit den derzeitigen Geschäftsmodellen stoße der Markt zunehmend an seine Grenzen, heißt es in einer aktuellen Marktanalyse der Agentur Kreutzer Fischer & Partner.

Das Schrumpfen des Marktes komme nicht unerwartet, heißt es im "Branchenradar Thermen in Österreich 2013". Das Gästeplus der letzten Jahre sei nur durch die Eröffnung neuer Anlagen bzw. die Erweiterung bestehender Häuser erzielt worden. Alleine in den letzten vier Jahren sei die Gäste-Kapazität um rund 1,5 Millionen potenzielle Eintritte gestiegen - gleichzeitig sinkt die Auslastung kontinuierlich, 2012 um einen weiteren Prozentpunkt auf 74 Prozent.

Die Marktforscher sehen beim Geschäftsmodell der Thermen zwei gravierende Probleme. Einerseits seien sich die Thermen zu ähnlich, weil sie auf eine möglichst große Zielgruppe abzielen und als Erlebnisbad für die ganze Familie geführt werden. Gäste, die in einer Therme Ruhe und Entspannung suchen, seien in einem Wellness-Hotel oft besser aufgehoben.

Das zweite Problem sei, dass die Thermen oft als isolierter Leitbetrieb allein auf weiter Flur geführt würden, ohne ein touristisches Rahmenprogramm im Hintergrund. Sie müssten sich klar spezialisieren und als überregionale Tourismusbetriebe positionieren. Als Einrichtung für die lokale Wohnbevölkerung sei der Betrieb einer Therme zu teuer, so die Analyse. Die Marktforscher empfehlen Regionen mit hoher Thermendichte ein gesamttouristisches Konzept mit einem Thermenpass nach dem Vorbild der Skischaukeln in den Alpenregionen.

Regional gesehen verloren Niederösterreich, Oberösterreich und die Steiermark in den vergangenen Jahren als Thermenregionen an Bedeutung, wobei die Steiermark aber mit einem Marktanteil von 22,4 Prozent noch immer die führende Region ist. Salzburg hat aber zuletzt stark aufgeholt und ist zur zweitwichtigsten Thermenregion geworden.