Erstellt am 06. Februar 2013, 12:48

Touristiker haben große Probleme bei Jobbesetzung. Die Tourismusbranche scheint für Arbeitnehmer besonders unattraktiv zu sein. Kein anderer Bereich hat so große Probleme mit der Jobbesetzung wie die Touristiker, geht aus der Statistik des Arbeitsmarktservice (AMS) über das Jahr 2012 hervor.

Händeringend gesucht werden Reinigungskräfte, Warensortierer, Verkäufer, Elektroinstallateure und Lagerarbeiter, so AMS-Vorstand Johannes Kopf.

Auch wurden bei Kellner fast 28.000 Stellenzugänge registriert, bei Gaststättenköchen waren es über 18.000.

Insgesamt wurden im Vorjahr 408.285 freie Stellen gemeldet, das waren um 8.283 oder zwei Prozent weniger als im Jahr 2011. "Die Besetzung der Stellen erfolgte in der Regel sehr rasch. 72 Prozent der Stellen konnten bereits innerhalb eines Monats besetzt werden, 23 Prozent der Stellenbesetzungen erfolgten innerhalb von drei Monaten, bei vier Prozent der Stellen dauerte die Besetzung bis zu sechs Monate und nur bei einem Prozent länger," rechnete Kopf vor.

Die Gewerkschaft vida beklagt in regelmäßigen Abständen schlechte Bezahlung, unbezahlte Überstunden und Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz in der Tourismusbranche. Die Arbeitgeber weisen dies naturgemäß zurück. Laut einer Umfrage der vida verdienen Beschäftigte im Tourismus monatlich im Durchschnitt 1.110 Euro netto, Arbeitnehmer in anderen Sektoren kommen auf 1.420 Euro.

"Ein Blick auf die Garantielöhne im Wiener Tourismus zeigt, dass ein Oberkellner mit fünf Untergebenen nach elf Dienstjahren 1.500 Euro monatlich bekommt", rechnete die vida im Vorjahr vor.