Erstellt am 08. November 2011, 14:31

Touristiker optimistisch für Wintersaison 2011/12. Trotz Euroschuldenkrise und abgeschwächter Konjunktur sehen die heimischen Touristiker der Wintersaison 2011/12 (November bis April) optimistisch entgegen.

"Ich bin überzeugt, dass der Winter gut rennt und rechne sicher mit einem Nächtigungsplus von 2 Prozent", sagte der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Hans Schenner, am Dienstag.

Der momentane Buchungsstand für die Zeit vor Weihnachten sei ungefähr gleich wie im Vorjahr, Weihnachten sei "sehr zufriedenstellend" und sowohl der Jänner als auch der Februar seien "besser gebucht" als im vergangenen Jahr.

Auch die Sommersaison 2011 (Mai bis Oktober) habe ein schönes Plus bei den Nächtigungen beschert - bis September erreichte der Zuwachs 2,2 Prozent und im Oktober war das Wetter herrlich. Die Zahl der österreichischen Gäste in den heimischen Beherbergungsbetrieben sei gestiegen und die Deutschen, die den überwiegenden Anteil an den ausländischen Urlaubern stellen, "kommen brav zu uns", betonte der Branchensprecher im Klub der Wirtschaftspublizisten. "Betreffend Sommersaison kann uns also nicht mehr viel passieren", so Schenner.

"Die letzte Krise ist ja leider erst drei Jahre aus und nun laufen wir wieder in eine - dem Tourismus ist nichts passiert", beruhigte Schenner und verwies auf den Beschäftigungsrückgang in der Branche von lediglich 0,4 Prozent in der Vergangenheit, während in anderen Branchen fünf bis acht Prozent der Stellen gestrichen wurden und Kurzarbeit herrschte. Die Nächtigungszahlen und die Jobs wurden mehr oder weniger gehalten, allerdings mussten die Hoteliers bei den Preisen Nachlässe gewähren.

"Wir sind der Rettungsschirm für die heimische Wirtschaft in der Krisenzeit geworden." Die rund 90.000 touristischen Betriebe gewährten eine Art Standortgarantie, da sie ortsgebunden seien und nicht abwandern könnten, kauften die Produkte der österreichischen Landwirtschaft, investierten jährlich rund 3 Mrd. Euro, seien eine Art Beschäftigungsmotor und sorgten für rund 15 Prozent des heimischen Bruttoinlandsprodukts. Die Ausgaben der ausländischen Gäste in Österreich bezifferte Schenner mit 15,4 Mrd. Euro - "und das jedes Jahr und verlässlich".