Erstellt am 30. März 2012, 19:43

Treichl verdiente 2011 rund 2,2 Mio. Euro. Die Gagen der Erste-Vorstände waren 2011 niedriger als im Jahr davor. Einer der Gründe: im Nachhinein gekürzte Bonuszahlungen. Vorweg: Konzernchef Andreas Treichl kam zusammen mit alten Prämienzahlungen auf insgesamt 2,2 Millionen Euro. Im Jahr davor waren es 2,8 Millionen.

Weil durch die Abwertung und Neuverbuchung von Credit Default Swaps (CDS) auch rückwirkend die wesentlichsten Gewinnzahlen in der Bilanz von 2010 niedriger anzusetzen waren, hat der Vorstand unter Bankchef Treichl im Herbst 2011 einen Teil der Bonuszahlungen für 2010 zurück gezahlt. Gekürzt wurden diese Prämien damals um etwa ein Drittel.

Die Vorstände haben konkret Bonuszahlungen für 2010 über 585.000 Euro retourniert, und außerdem haben sie auf Ansprüche auf erfolgsabhängige Bezüge für 2010 in Höhe von 1,34 Millionen verzichtet, die in den Jahren 2012 bis 2016 zur Auszahlung gekommen wäre. Das geht aus dem Jahresbericht hervor.

Die Bonuszahlungen für 2010 wurden - ebenso wie Auszahlungen aus alten Prämienprogrammen aus 2007 - im Geschäftsjahr 2011 ausbezahlt und sind daher in der jetzt druckfrisch vorliegenden Bilanz 2011 einsehbar.

Der (gekürzte) Bonus für Treichl betrug für 2010 demnach 463.000 Euro, zusätzlich zu seinem Fixbezug von 1,24 Mio. Euro für 2011 bezog er im abgelaufenen Geschäftsjahr 1,7 Mio. Euro.

Zum Vergleich: Im Jahr 2010 hatte Treichl knapp 2,8 Millionen Euro kassiert, mitsamt eines damals fälligen Bonus (für 2009) von 1,3 Millionen Euro. Der siebenköpfige Gesamtvorstand kassierte im abgelaufenen Geschäftsjahr nun 6 Millionen Euro an fixen und sonstigen Bezügen, eine Million davon waren leistungsabhängige Boni.

Im Jahr 2011 wurden aber auch erfolgsabhängige Prämien aus dem Long-Term-Incentive-Programm (Aktien-Performance-Programm) aus dem Jahr 2007 ausbezahlt: In Summe 1,3 Millionen für alle sieben Vorstände, und 490.700 Euro für Treichl allein - macht 2,2 Millionen für den Erste-Chef.

Für 2011 gibt es übrigens keine Bonuszahlungen für die Vorstandetage der Erste Group. Das Jahr endete mit einem hohen Verlust, weil hohe Abschreibungen auf Ostbankbeteiligungen und Staatspapiere angefallen waren.