Erstellt am 05. Oktober 2011, 08:05

Trennung von Hochegger. SCHIEFE OPTIK / Ex-BEWAG-Vorstand Hans Lukits hat sich einvernehmlich von Peter Hocheggers Sicon AG getrennt.

bewag  |  NOEN
Die Vorstände der BEWAG haben momentan alle Hände voll zu tun, um den guten Ruf des Energieversorgers wieder herzustellen. Kürzlich wurden die Ergebnisse der vertiefenden Prüfung betreffend die Vorwürfe gegen die Ex-Vorstände Hans Lukits und Josef Münzenrieder präsentiert. Fazit: grobe Pflichtverletzung. Zentraler und weiter erhärteter Vorwurf ist die Leistung von Zahlungen nach Ungarn aus Gesellschaftsvermögen unter Einschaltung der Firma Hochegger in Zusammenhang mit dem Windparkprojekt Bogyoszlo“, ergaben die Prüfungen einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungskanzlei. Der Schaden betrage über eine Million Euro. Weiters: Der Aufsichtsrat wurde während der letzten Jahre teilweise unvollständig, teilweise bewusst falsch informiert.

Ex-Vorstände sprechen von falschen Behauptungen

Für Lukits sind die Vorwürfe „bösartige Verleumdungen und konstruierte, inszenierte Geschichten, bei denen Dinge aus dem Zusammenhang gerissen wurden“. Seinen Job bei Peter Hocheggers Sicon AG hat Lukits wieder zurückgelegt. „Ich glaube, die Optik, die dadurch entstanden ist, schadet mir nur“, so Lukits. Er ist nun als selbstständiger Konsulent tätig. Auch Münzenrieder spricht von „Behauptungen, die sich widersprechen“ und dass es keine groben Pflichtverletzungen gegeben hat.

Es gibt aber auch gute Nachrichten aus der BEWAG. „Nach drei Jahren mit einem Minus werden wir das laufende Geschäftsjahr positiv abschließen“, berichten die Vorstände Reinhard Schweifer und Michael Gerbavsits.
Eine weitere positive Information: Greenpeace und Global 2000 haben nun offiziell bestätigt: Die BEWAG beliefert alle Kunden zu 100 Prozent atomstromfrei.
Bilanz wurde auch über die letzten zehn Jahre – seit der Strommarktliberalisierung – gezogen. Seitdem sei der Strompreis um fünf Prozent gesunken. Bis März 2012 sei auch keine weitere Strompreiserhöhung geplant.