Erstellt am 09. Oktober 2011, 06:33

Trennungsgerüchte um Bank Austria und UniCredit. Wie schon nach der "Lehman-Krise" vor drei Jahren kreisen rund um UniCredit und Bank Austria seit kurzem wieder Trennungsgerüchte.

 Diese Gerüchte werden von den Betroffenen allerdings vehement dementiert. Bank-Austria-Chef Willibald Cernko kommentierte dies am Samstagabend gegenüber der APA mit "völliger Schwachsinn".

In seiner Sonntagausgabe spekuliert der "Kurier", ob UniCredit-Chef Federico Ghizzoni versuchen wird, die österreichische Tochter Bank Austria an den Mann zu bekommen. "Vermutlich nicht innerhalb der nächsten paar Monate, so lange wird sich die UniCredit möglichst unauffällig verhalten. Aber 2012 wäre das schon eine Option", wird ein namentlich nicht genannter Spitzenbanker zitiert. "Natürlich wird am Markt intensiv darüber geredet", so ein Vorstand einer heimischen Großbank. Interessenten gebe es, genannt würden vor allem britische und amerikanische Großbanken, die kaum in Osteuropa engagiert sind.

Einer der Hintergründe der jüngsten Spekulationen: UniCredit könnte Familiensilber verkaufen müssen, um sich selber zu stärken. Ein Dementi kommt von Bank Austria-Chef Willibald Cernko: "Das entbehrt jeder Grundlage. Wir sind integraler Bestandteil der UniCredit-Gruppe und daran gibt es nichts zu deuteln", wird der Bank Austria-Chef zitiert.

Finanzministerium und Nationalbank beobachten die Entwicklung in Italien aufmerksam. Auch in Deutschland sind Bankenaufsicht und Finanzministerium wachsam. HVB-Chef Theodor Weimer soll vor kurzem zu Finanzminister Wolfgang Schäuble zitiert worden sein, heißt es im Bericht weiter - wegen Befürchtungen, die Mailänder UniCredit-Zentrale sauge zur eigenen Stärkung Kapital aus München ab. Das wird von der Münchner HVB - Schwesterbank der Wiener Bank Austria - ebenfalls dementiert.