Erstellt am 19. Juli 2011, 09:03

Trichet: Zahlungsausfall muss verhindert werden. Die Regierungen der Euro-Staaten müssen nach Auffassung von EZB-Präsident Trichet einen Zahlungsausfall Griechenlands unbedingt verhindern. Die Regierungen müssten einen Weg finden, um dies zu unterbinden, sagte Trichet in einem Interview mit mehreren europäischen Zeitungen.

Ein "Kreditereignis, ein begrenzter Zahlungsausfall oder ein Zahlungsausfall" sollten vermieden werden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) ermutige die Regierungen, so schnell wie möglich angemessene Lösungen zu finden. Zugleich betonte Trichet, dass die Regierungen in erster Linie für ihre eigenen Finanzen verantwortlich seien. Der EZB-Präsident gab sich zuversichtlich, dass Italien ohne Hilfe von außen seine Probleme lösen kann.

Die USA ermahnte er, schnell einen Kompromiss im Schuldenstreit zu finden. Ansonsten könne ein Problem mit großer Reichweite in der gesamten Welt entstehen. Zugleich gab sich Trichet zuversichtlich, dass die USA bald eine Lösung finden.

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos warnte unterdessen vor einem Dominoeffekt in der Schuldenkrise. "Unsere Schwäche ist unsere Stärke. Jeder erinnert sich gut an die Fehler, die die Bush Regierung bei Lehman Brothers gemacht hat", sagte Venizelos am Montag im griechischen Fernsehen. "Keiner sollte den Dominoeffekt unterschätzen." Griechenland habe noch keine Lösung akzeptiert, die einen teilweisen Zahlungsausfall einschließe. Es seien zahllose Optionen geprüft worden.

Derzeit suchen die Euro-Länder mit Hochdruck nach Wegen für ein zweites Hilfsprogramm für Griechenland, an dem auch der Privatsektor im Gegensatz zu dem ersten Programm beteiligt werden soll. Am Donnerstag wollen die Staats- und Regierungschefs dazu auf einem Sondergipfel Beschlüsse treffen.