Erstellt am 15. April 2013, 12:49

Triumph baut 350 Jobs ab. Beim Dessoushersteller Triumph starten morgen, Dienstag, die Sozialplangespräche zwischen Arbeitnehmervertretern und der Unternehmensführung.

Die Triumph-Filiale in Aspang wird geschlossen, über 90 ArbeitnehmerInnen sind davon betroffen. Wie viele Kündigungen es konkret geben wird, ergibt sich erst noch in Gesprächen und Verhandlungen. Das Gebäude soll verkauft werden. Karin Egerer  |  NOEN
Es geht um rund 350 Arbeitsplätze, die der Schweizer Konzern in Österreich abbauen will. Die Werke in Oberpullendorf (Burgenland) und Aspang (Niederösterreich) werden geschlossen, das trifft in Summe rund 200 Beschäftigte. In der Fabrik in Oberwart (Burgenland) werden ebenfalls 40 bis 45 Stellen gestrichen. In der Zentrale in Wiener Neustadt fallen 80 bis 100 Arbeitsplätze weg. Nach dem Abbau sollen 1.140 Beschäftigte übrig bleiben.

Der Stellenabbau treffe hauptsächlich Frauen. "Und das in strukturschwachen Regionen", sagte Pro-Ge-Branchensekretär Gerald Kreuzer am Montag.

Morgen Nachmittag sollen die ersten Schritte für den Sozialplan festgelegt werden. Mit einem Ergebnis ist nicht zu rechnen, da der Jobabbau nicht vor Herbst stattfinden soll. Die Gewerkschaft will sich für eine "sozial verträgliche Lösung" einsetzen. Möglichkeiten seien Golden-Handshakes, Frühpensionierungen oder Lösungen für Personen, die sich ohnehin schon länger beruflich umorientieren wollen. Die Gewerkschaft erwartet jedenfalls eine "ordentliche Aufdoppelung der Ansprüche", so Kreuzer am Montag.

Laut Kreuzer läuft es in Österreich für Triumph nicht schlecht: "Österreich hat das nicht verursacht, muss aber trotzdem die Suppe auslöffeln." Die (noch nicht veröffentlichten) Zahlen für 2012 seien nicht wesentlich schlechter als im Jahr 2011. Das Unternehmen selbst spricht von einem "deutlich" zurückgegangen 2012er Umsatz gegenüber 2011. 2011 machte Triumph einen Umsatz von 245 Mio. Euro. Der Vorsteuergewinn (EGT) betrug rund 7,5 Mio. Euro.

Erst vor drei Jahren hat Triumph sein oststeirisches Werk in Hartberg geschlossen. Das kostete 300 Menschen den Job. Der Dessousriese kämpft schon länger mit Absatzeinbußen, insbesondere in Süd- und Osteuropa, sowie mit Überkapazitäten. Auch eines der chinesischen Werke in der Stadt Haikou mit 2.700 Beschäftigten wird eingestellt.