Erstellt am 28. Oktober 2011, 13:08

Trotz starken Jahrgangs weniger Jungwein. Rund 1,83 Millionen Flaschen österreichischer Marken-Jungwein kommen aktuell auf den Markt. Verglichen mit 2010 (1,87) ist die Menge - trotz guter und früher Ernte - leicht rückläufig und bleibt unter den Spitzenwerten von 2007/2008, als noch 2,65 Millionen Flaschen gemeldet wurden.

Vor allem die großen Player, der "Junge Österreicher" und der steirische "Junker", nahmen ihre Kontingente zurück.

Bei den Jungweinen handelt es sich in der Regel um Sortenverschnitte, die nach der Gärung nicht länger als neun Wochen im Fass bzw. in der Flasche sind, ehe sie in den Verkauf kommen. Zwar verspricht diese Produktschiene schnelles Geld, doch hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass der Junge kaum länger als bis zu Weihnachten am Markt unterzubringen ist. "Allgemein ist das Jungwein-Segment kleiner geworden", resümiert der steirische Weinbaudirektor Werner Luttenberger.

"Das Angebot sollte nicht die Nachfrage übersteigen", weiß Johann Dreisiebner, Obmann des steirischen Weinbauverbandes und selbst Junker-Produzent: "Durch die eher schwachen Ernten der vergangen beiden Jahre haben wir uns auf ein gutes Niveau eingependelt." Dreisiebner rät auch in einem Spitzen-Jahr wie 2011 dazu, davon nicht vorschnell abzurücken und ist für ein "vorsichtiges Beobachten" des Marktes.

Während beim "Jungen Österreicher" nur gilt, dass es sich um Qualitätswein mit Prüfnummer handeln muss, sind die Reglements beim Junker strenger: Die Weine müssen durch eine Verkostung, sie dürfen auch erst ab Mittwoch vor Martini, also heuer ab 9. November, in den Verkauf. Außerdem haben sich die steirischen Weinbauern Selbstbeschränkungen auferlegt, indem sie die frühen Sorten der klassischen Weine erst ab Dezember und Burgunder, Sauvignon Blanc etc. überhaupt erst im neuen Jahr füllen.

Über die beiden seit 1995 bestehenden Dachmarken "Junger Österreicher" und "Junker", betrieben von der Österreich Weinmarketing GesmbH und der Marktgemeinschaft Steirischer Wein, laufen rund 90 Prozent des gelabelten "Jungen" in Österreich. Als erste auf den aus Frankreich und Italien kommenden Trend der Nouveaus und Novellos hatten die Weinbauern der Region Carnuntum reagiert, die seit 1988 den "Primus Carnuntum" herstellen. Kleinere Kontingente werden unter "Primus Pannonikus", "Junger Wiener" und "Der Junge" aus der Thermenregion angeboten.