Erstellt am 06. April 2012, 08:44

Tschechisch-slowakischer Fonds will Schlecker. Die Private-Equity-Gesellschaft Penta Investments will nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" bei der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker einsteigen. "

"Wir haben ein unverbindliches Angebot eingereicht", sagte ein Penta-Sprecher laut einem Vorabbericht des Magazins vom Freitag. Zu Details wollte er sich demnach nicht äußern.

Die tschechisch-slowakische Finanzgruppe sei bisher der einzig ernstzunehmende Interessent für die Übernahme des Drogerie-Konzerns, hieß es in dem Bericht. Allerdings wollten sich die Investoren nicht mit den Schlecker-Kindern Meike und Lars zusammentun. Diese suchten nach einem Ko-Investor, um das Unternehmen in Familienhand zu halten. Bei Penta sei jedoch allenfalls eine symbolische Minderheitsbeteiligung der Geschwister vorstellbar.

Der Kaufpreis und die Investitionssumme sind laut "Spiegel" noch unklar. Für die Modernisierung von rund 3.000 Schlecker-Filialen würden etwa 30.000 Euro pro Laden fällig. Das ergäbe ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 90 Mio. Euro. Das Konzept von Penta sieht vor, im besten Fall keine weiteren Filialen zu schließen und die verbliebenen Jobs zu erhalten. Penta ist den Angaben zufolge in zehn Ländern aktiv und hat eine Bilanzsumme von 3,4 Mrd. Euro. In der Slowakei geriet der Investor zuletzt wegen vermeintlich dubioser Kontakte zur Regierung in die Schlagzeilen.

Schlecker hatte Ende Jänner Insolvenz angemeldet. Die Drogeriemarktkette schloss daraufhin Ende März mehr als 2.000 Filialen. Rund 10.000 Mitarbeiter verloren kürzlich ihren Job, nachdem die Gründung einer Transfergesellschaft scheiterte.