Erstellt am 15. Februar 2012, 08:01

TUI rutschte noch tiefer in die Verlustzone. Die Nordafrika-Krise und der harte Wettbewerb im Frachtgeschäft haben Europas größten Reisekonzern TUI zu Beginn der Wintersaison tiefer in die roten Zahlen getrieben

Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember stieg der Verlust unter dem Strich um 89 Prozent auf fast 88 Mio. Euro, wie das im MDax notierte Unternehmen am Mittwoch vor seiner Hauptversammlung in Hannover mitteilte.

Damit schnitt das Unternehmen jedoch besser ab als von Analysten erwartet. Abgefedert wurden die Belastungen vom verstärkten Absatz teurerer Urlaubsangebote und der Verlagerung der Urlaubsnachfrage nach Spanien: Dort stieg die Auslastung der Riu-Hotels, an denen TUI beteiligt ist.

Der Konzernumsatz, der fast komplett aus dem Reisegeschäft stammt, legte um fünf Prozent auf mehr als 3,4 Mrd. Euro zu. Sondereffekte wie Umstrukturierungskosten herausgerechnet, weitete sich der operative Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Unternehmenswerte (bereinigtes EBITA) um 23 Prozent auf 147 Mio. Euro aus. Reiseveranstalter schreiben im Winter meist rote Zahlen. Die Gewinne fahren sie in der Hauptreisezeit im Sommer ein.

Die verbliebene Beteiligung an der Container-Reederei Hapag-Lloyd brachte TUI im Gegensatz zum Vorjahreszeitraum rote Zahlen ein: Das Minus belief sich auf 9 Mio. Euro.

Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September erwartet TUI-Chef Michael Frenzel weiterhin ein moderates Plus bei Umsatz und operativem Gewinn. Die Anteile von Minderheitsaktionären etwa bei der Veranstaltertochter TUI Travel eingerechnet, soll das Konzernergebnis weiterhin positiv ausfallen. Im ersten Geschäftsquartal lag es bei minus 137 Mio. Euro.