Erstellt am 05. September 2012, 13:40

Tunesien bittet Österreich um Investitionen. Tunesien sei auf Investitionen aus dem Ausland angewiesen, das hat Mustapha Ben Jaafar, Präsident der Verfassungsgebenden Nationalversammlung, am Mittwoch in Wien betont. Auch Österreich sei eingeladen, in Tunesien zu investieren und damit die Wirtschaft anzukurbeln. Der Politiker ist am Mittwoch, mit Nationalratspräsidentin Prammer im Parlament zu einem Arbeitsgespräch zusammengetroffen.

Tunesien befinde sich gerade in keiner leichten Phase, doch das Land sei auf dem richtigen Weg, erklärte Ben Jaafar nach seinem Gespräch mit Prammer. Die Verfassung solle auf internationale Werte wie Demokratie und Freiheit aufbauen, doch seien diese nicht so leicht umzusetzen, solange die wirtschaftlichen und sozialen Probleme im Land nicht gelöst sind. Ben Jaafar ergänzte, er wolle sich daher direkt an das österreichische Volk wenden und um Unterstützung zu bitten: "Investieren Sie in unser Land, kommen Sie als Touristen."

"Österreich hat wirtschaftliche Beziehungen zu Tunesien, doch sie könnten besser sein", sagte Prammer. Um diese Beziehungen zu stärken, trage die Entwicklung der Verfassung entscheidend bei: "Das Kernelement, um die österreichische Wirtschaft nach Tunesien zu locken, ist die Rechtssicherheit."

Erleichtert zeigte sich Prammer darüber, dass der Präsident gegenüber den Medien versichert habe, dass es in der Frage der Gleichstellung zwischen Mann und Frau keine Rückschritte geben wird. Der Verfassungsentwurf wurde im August innerhalb des Landes und von internationaler Seite kritisiert, weil darin von der Frau als "Ergänzung zum Mann in der Familie" die Rede sei.

Ben Jaafar ist Gründer und Generalsekretär der Ettakol-Partei, der viertstärksten Kraft der Verfassungsgebenden Versammlung. Im November 2011 wurde er zum Präsident der Versammlung gewählt.