Erstellt am 05. September 2011, 00:00

Um 148 Euro kann man nun ÖBB-Halt erkaufen. ANGEBOT / Still und leise haben die ÖBB ein neues Service für ausgabenfreudige Bahnreisende eingeführt. Verspätungen für die übrigen Passagiere durch zusätzliche Aufenthalte schließt man dabei aus.

Wer sich einen außerplanmäßigen Zughalt beim Zugbegleiter wünscht, kann ihn künftig gegen 148 Euro in bar bekommen.ÖBB  |  NOEN

VON HEINZ BIDNER

Mit einem Service der besonderen Art warten nun die Bundesbahnen auf. Seit 1. September dieses Jahres können Fahrgäste auch bei Zughaltestellen aussteigen, die gar nicht am Fahrplan stehen. Vorausgesetzt, man hat das nötige Kleingeld dazu.

Eine entsprechende ÖBB-interne Mitteilung an die Zugsbegleiter mit dem Titel „Anhaltegebühr“ verrät, wie das in der Praxis aussehen soll. Demnach soll der Kunde sich beim Zugbegleiter melden und seinen Wunsch eines außerplanmäßigen Halts äußern.

Der Zugbegleiter soll über die Anhaltegebühr in der Höhe von 148 Euro samt nötiger sofortiger Barzahlung informieren. Ist der Kunde einverstanden, soll der Zugbegleiter Kontakt zur Verkehrsleitung aufnehmen und checken, ob dies möglich ist.

Sonderhalte von Kunden fünf  Mal pro Jahr gewünscht

„Es hat in der Vergangenheit, wenn auch eher selten, vereinzelt Kundenwünsche nach einem Sonderhalt gegeben“, erklärt ÖBB-Sprecher Johannes Gfrerer. Das sei vor allem bei Gruppenreisen – etwa bei Fahrradtouristen – vorgekommen.

„Natürlich dürfen der Bahnbetrieb und die Pünktlichkeit nicht beeinträchtigt werden. Deshalb wird solch eine Anfrage immer mit der ÖBB-Infrastruktur abgeklärt“, meint Gfrerer.

Durchschnittlich sei das bisher fünf Mal im Jahr vorgekommen: „Wir gehen nicht davon aus, dass dies zukünftig weitaus öfters in Anspruch genommen wird“, schätzt der ÖBB-Sprecher. Die Werbetrommel will man seitens der Bundesbahnen für diese Option auch gar nicht rühren. Diese Möglichkeit werde nur im ÖBB-Tarif veröffentlicht.

Möglich sind außerplanmäßige Halte naturgemäß ohnehin nur in jenen Zügen, in denen noch ein Zugbegleiter mitfährt – etwa in REX-Zügen.

Warum man nur bar und nicht mittels Bankomat- oder Kreditkarte bezahlen kann? „Weil die Onlineprüfung der Validität der Karte nicht überall gewährleistet werden kann“, so der ÖBB-Sprecher. Der Betrag selbst sei ein reiner Selbstkostenpreis des ÖBB-Personenverkehrs und setze sich unter anderem aus Stromverbrauch und Kommunikationsaufwand zusammen.