Erstellt am 31. Januar 2013, 11:08

Umweltdachverband: Aus für Gratis-Wassernutzung. Einen neuen Aspekt in die Diskussion über die vermeintlichen Privatisierungsziele der EU in Sachen Wasser hat der Umweltdachverband am Donnerstag geliefert.

Die Nicht-Regierungsorganisation fordert in Österreich das Aus der Gratis-Nutzung der Ressource Wasser "auf Kosten der Allgemeinheit durch E-Wirtschaft, Industrie, Landwirtschaft und Tourismus".

In Österreich werde der Artikel 9 der EU-Wasserrahmenrichtlinie "nur sehr mangelhaft umgesetzt", so die Kritik. Laut der Richtlinie müssen alle Wassernutzer unter Berücksichtigung des Verursacherprinzips sowie unter Einbeziehung der umwelt- und ressourcenbezogenen Kosten einen angemessenen Beitrag zur Deckung der Kosten der Wasserdienstleistungen leisten.

So sind der Betrieb von Wasserkraftwerken und der Wasserverbrauch bestimmter Industrien - laut Umweltdachverband Dampfkessel, kalorische Kraftwerke - oder Wasserentnahmen für die Beschneiung von Skipisten sowie Bewässerungen aus dem Grundwasser in Österreich kostenlos, während der einfache Bürger und Haushalte für das Wasser zahlen.

"Der Staat lässt genau dort Unsummen an Steuergeldern liegen, wo deren Einnahme seit langem mehr als gerechtfertigt wäre und öffnet damit noch dazu dem sorglosen Umgang mit Wasser durch E-Wirtschaft, Industrie und Landwirtschaft Tür und Tor", kritisiert der Präsident des Umweltdachverbandes, Gerhard Heilingbrunner.

"Die Billigung der unbegrenzten kostenlosen Wasserentnahme grenzt an grob fahrlässiges Verhalten - nicht nur im Sinne des Finanzhaushalts, sondern vor allem im Sinne der nachhaltigen Nutzung unserer Wasserreserven.""Die Alpenrepublik setzt der Profitgier der Industrie in keinster Weise einen Riegel vor, vergisst dabei auf den Schutz der wertvollen Ressource Wasser".

Wasser: Schützenswertes Gut für den Privatverbrauch oder gleiches Recht für alle?
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