Erstellt am 10. Juli 2013, 00:00

„Unser Heim-Markt“. Wirtschaft / Die Region Györ wächst weiter und hat mittlerweile mehr Arbeitsplätze als das Burgenland. Auch zahlreiche burgenländische Firmen haben dort erfolgreiche Standorte.

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Von Bettina Eder

„Wir haben nur einen Nachbarn, das ist unser Heim-Markt“, stellt Wirtschaftskammer-Präsident Peter Nemeth bei seinem Besuch im etwa 100 Kilometer entfernten Györ fest. In der Region und der Industriestadt Györ gibt es etwa genauso viele Arbeitsplätze wie im ganzen Burgenland.

Im Industriegelände rollen jährlich 125.000 komplett gefertigte Audis vom Band. Auf den 395 Hektar Grundfläche arbeiten 8.663 Mitarbeiter.

Direkt daneben hat die auch in Siegendorf ansässige Firma Melecs ihre „verlängerte Werkbank“ mit 250 Mitarbeitern, wie die Geschäftsführer Friedrich Pressl und Ernst Mayrhofer erklären. Den Standort Siegendorf würde das nicht gefährden – im Gegenteil: „Ohne Györ würde auch Siegendorf nicht wachsen und gedeihen.“ Die Mitarbeiterzahl sei da wie dort gestiegen.

In Siegendorf würde geforscht und entwickelt, in Ungarn produziert. Nur wenige Kilometer davon entfernt im Stadtzentrum sitzt in seiner eigenen City (im Bild) ein Burgenländer, der als einer der Ersten, im Jahr 1983, nach Ungarn kam und es dort geschafft hat: Michael Leier dominiert dort vor allem die Baustoff-Branche – „50 Prozent der Rohbauten in Ungarn sind von uns“ –, die aber derzeit zu kämpfen hat.

Leier: „Die Goldgräberzeiten sind vorbei, aber die Region wird weiter wachsen.“ Auch die Wirtschaftsexperten sind sich einig: „Das wird auf lange Sicht gesehen auch eine Chance für burgenländische Arbeitskräfte sein.“ Der Schlüssel dazu sei die Qualifikation der Mitarbeiter „denn die sind das Kapital“ so Leier und Mayrhofer unisono.